Plastikabfall im Wald ist auch dem Rheinfelder Revierförster Kurt Steck ein Dorn im Auge. «Wir wünschen uns einen aufgeräumten und sauberen Wald», sagt er. Da hört er nur ungern, wenn dem eben nicht so ist. Das geschah diese Woche über die Pendlerzeitung «20 Minuten». Ein Leser hatte sich dort gemeldet und beschwert, im Wald in Rheinfelden lägen Ansammlungen von Plastikhüllen herum.

Bei den Plastikhüllen handelt es sich um sogenannte Verbissschutzröhren. Diese seien seit über 20 Jahren Standard und nötig, um die jungen Bäume vor Wildfrass zu schützen, sagt Steck. Die Hüllen bleiben mehrere Jahre an den Bäumen. «Mit der Zeit fallen sie aber ab. Dann werden sie vom Forstbetrieb eingesammelt und weggeräumt», so Steck. Bei solchen Putzaktionen arbeiten teilweise auch Freiwillige mit – etwa bei Natureinsätzen von Schulen, Firmen oder Vereinen. Dabei könne es vorkommen, dass einzelne Hüllen vergessen gingen, räumt Steck ein. Es sei zuvor allerdings noch nie zu einer Reklamation deswegen gekommen. Und: «Die Hüllen sind aus einem speziellen Kunststoff. Sie zersetzen sich mit der Zeit von alleine.»

Plastikhüllen haben Vorteile

Auch in anderen Gemeinden im Fricktal setzen die Forstbetriebe auf die Schutzröhren – etwa in Kaisten und im Mettauertal. «Wir sind vor einigen Jahren von der Umzäunung der Jungwaldgebiete auf die Schutzhüllen umgestiegen», sagt Oliver Eichenberger, Förster in Kaisten. Diese hätten den Vorteil, dass nicht ganze Gebiete für das Wild abgesperrt werden müssten. «Zwischen den geschützten Bäumen gibt es viel Platz und Licht für andere Pflanzen, die für die Tiere wertvoll sind», so Eichenberger. Und die Bäume selber werden nicht nur geschützt, sie profitieren auch von einem «wachstumsfördernden Mikroklima» in der Hülle, wie Eichenberger erklärt. Die gleichen Vorteile nennt Fabian Bugmann vom Forstbetrieb Mettauertal.

Aber obwohl sich die Hüllen innerhalb einiger Jahre von alleine zersetzen würden, sind sich die Förster einig: «Sie sollten eingesammelt und entsorgt werden.» Beide Forstbetriebe haben eine digitale Karte, auf der eingezeichnet wird, wo Schutzhüllen angebracht wurden. Bei der regelmässigen Jungwaldpflege kontrollieren die Mitarbeiter, ob die Hüllen noch intakt sind oder allenfalls entfernt werden müssen. Das funktioniere sehr gut, sagt Oliver Eichenberger. Zu Reklamationen, dass Schutzhüllen herumlägen, sei es in Kaisten noch nie gekommen.

Förster bitten um Hinweise

Fabian Bugmann spricht von einzelnen Hinweisen, die hie und da eingingen. Denn trotz regelmässiger Kontrolle könne es passieren, dass Schutzhüllen am Boden landen. «Es kommt zum Beispiel vor, dass Rehböcke die Hüllen von den Bäumen reissen», sagt Bugmann. Deshalb sind die Forstbetriebe froh, wenn Wanderer und Spaziergänger entsprechende Entdeckungen melden. Auch der Rheinfelder Förster Kurt Steck bittet um die Mithilfe der Waldgänger. «Wir sind für jeden Hinweis mit genauer Ortsangabe des Fundes dankbar und kümmern uns darum», verspricht er.

Er und sein Team wollen in Zukunft ausserdem ein noch stärkeres Augenmerk darauf legen, dass keine Schutzhüllen vergessen gehen. Zudem gibt es Überlegungen, den Einsatz der Schutzhüllen genauer zu protokollieren. «So könnte auch das Einsammeln und Entfernen genau geplant werden», sagt Steck. Denn der Förster kann den Unmut verstehen. «Der herumliegende Plastik sieht nicht schön aus.»