Wer sich in der Mittagspause etwas zu essen organisieren will, hat oft die Qual der Wahl. Die Auswahl an Imbissständen, Restaurants, Bäckereien und den klassischen Detailhändlern ist vor allem in Zentrumsgemeinden so gross, dass manch ein Hungriger etwas überfordert ist. Ist man allerdings Vegetarier oder Veganer, wird die Auswahl überschaubarer. Dies, obwohl sich laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Demoscope elf Prozent der Schweizer vegetarisch und drei Prozent vegan ernähren.

Willi Kaufmann, Wirt im Wallbacher «Fabriggli», stellt fest: «Noch vor fünf Jahren ernährten sich nur einige Exoten vegan. Heute ist die Nachfrage viel grösser.» Auf der Speisekarte biete sein Bistro zwar keine speziell veganen Gerichte an, die Salate seien aber meist vegan. Gäste, die ein veganes Gericht wünschen, riefen oftmals vorher an. «So können wir alles gut vorbereiten», sagt Kaufmann.

Federico Hochreuters Sorbets sind vegan.

Sich vegetarisch zu ernähren, ist vielerorts kein Problem. In der indischen Küche beispielsweise seien viele Gerichte eh ohne Fleisch, erklärt Gulzar Butt, Wirt vom «Kaschmir» in Frick. Auch in Bäckereien kann man sich problemlos fleischlos verpflegen. «Wir haben zum Beispiel Sandwiches mit Käse, Ei oder Cantadou», sagt Marc Aukofer. Der Geschäftsführer der gleichnamigen Bäckerei in Möhlin weiss von den sich verändernden Ernährungsgewohnheiten der Bevölkerung. «Ich denke, dass die Leute immer mehr vegetarisches oder veganes Essen wollen.» Das beobachte Aukofer vor allem beim jungen Publikum. Um den Anschluss nicht zu verpassen, bietet der Aukofer ein zu hundert Prozent veganes Sandwich an. Dieses besteht aus verschiedenen Gemüsesorten, eingeklemmt in Brot.

Bei der Bäckerei Maier, die im Fricktal in Frick, Laufenburg und Zeiningen Filialen führt, finden sich immer wieder vegane Salate und Süsswaren. «Auf Bestellung hatten wir auch schon mal eine vegane Hochzeitstorte», sagt Geschäftsführer Roman Maier.

Detailhandel baut Sortiment aus

Der Detailhandel hat sich im Vergleich zur Gastronomie die vegane Ernährung gross auf die Brust geschrieben. Migros und Coop führen eigene Linien mit Fleischersatzprodukten. Der Markt scheint noch nicht gesättigt, beide Detailhändler planen einen weiteren Sortimentsausbau.

«Wir haben viele Leute, die explizit wegen dem veganen Angebot zu uns kommen», sagt Nicole Neuhaus, Leiterin des «Biohaus». Der Laden in Frick verkauft mitunter Tofu-Burger, Brotaufstriche, Frühlingsrollen und Schokolade – vieles davon vegan. Sogar veganen Wein gibts. «Wein an sich ist ja immer vegan. Aber die Etikette wird oft mit Fischkleister aufgeklebt, sodass es die Flasche nicht mehr ist», sagt Neuhaus.

Das «Che Lati» in Frick bietet bei wärmeren Temperaturen vegane Schokoladen- und Vanille-Glace auf Basis von Sojamilch an. «Diese Sorten verkaufen sich nicht so gut. Die Leute wollen lieber normale Glace», sagt Besitzer Federico Hochreuter. Sein veganes Sortiment besteht aber eigentlich aus mehr als zwei Sorten. «Sämtliche Sorbets sind vegan – nur schreibe ich das nicht an. Und diese verkaufen sich gut.»

Der Tenor unter den Fricktaler Wirten und Geschäftsleuten lautet überall gleich: Wer ein veganes Gericht wünscht, soll einfach fragen. Man versucht dann, das Beste herauszuholen.