Sie suchen eine Wohnung? Dann werden Sie, zumindest quantitativ, am ehesten in Rheinfelden fündig. Hier standen am 1. Juni 207 Wohnungen und Einfamilienhäuser leer – so viele wie in keiner anderen Fricktaler Gemeinde. Dies zeigt eine Auswertung der Leerwohnungsstatistik. Danach befand sich gut jede vierte leere Fricktaler Wohnung in Rheinfelden. Die AZ präsentiert elf Fakten im Richtig-oder-falsch-Modus.

1. Die grössten Gemeinden haben die meisten leeren Wohnungen.

Falsch. Mit Rheinfelden liegt zwar die einwohnermässig grösste Gemeinde an der Spitze – und dies überaus deutlich: Magden, die Gemeinde mit den zweitmeisten leeren Wohnungen, kommt auf 80 Leerstände. Möhlin als Nummer drei auf 68. In den Top 5 fehlen aber zwei der Grossen: Frick kommt mit 28 leeren Wohnung auf Platz 8, Kaiseraugst mit 14 Wohneinheiten auf Platz 16 – ex aequo mit Hornussen.

2. Kein Wunder, dass Rheinfelden an der Spitze liegt. Hier wurde ja auch tüchtig gebaut. Es stehen deshalb viele neue Wohnungen leer.

Wieder falsch. In Rheinfelden standen im Juni nur gerade acht Wohnungen in Neubauten leer. Am meisten Leerstände in Neubauten hatte Herznach (20), gefolgt von Laufenburg (14) und Gipf-Oberfrick (9). Neubauwohnungen sind generell gefragt: Nur gerade jede zehnte leere Wohnungen befindet sich in einem Neubau. Das sind deutlich weniger als im kantonalen Schnitt; hier befindet sich gut jede sechste der leeren Wohnungen in einem Neubau.

3. In den Seitentälern hat es besonders viele leere Wohnungen.

Sorry, ebenfalls falsch. Die erste Gemeinde, die nicht am A3-Speckgürtel liegt, ist Laufenburg auf Platz 5 mit 43 leeren Wohnungen. Gleich dahinter folgt dann mit Herznach die erste Gemeinde aus einem Seitental mit 37 Leerständen.

4. Es gibt keine Gemeinde im Fricktal mit null leeren Wohnungen.

Wieder daneben, wenn auch nur knapp. In Schupfart war per 1. Juni keine leere Wohnung gemeldet. In Olsberg und Oeschgen waren es je eine, in Oberhof drei.

5. Im Bezirk Rheinfelden ist es leichter, eine Wohnung zu finden.

Richtig, zumindest wenn man es an der Anzahl leerer Wohnungen festmacht. Im unteren Fricktal waren 467 Wohnungen als leer gemeldet, im oberen Fricktal 330.

6. Im Bezirksvergleich schneidet das Fricktal schlecht ab; es stehen mehr Wohnungen leer als anderswo.

Falsch. Einzig im Bezirk Muri gibt es weniger leere Wohnungen (301). Spitzenreiter ist der Bezirk Zofingen (1376), gefolgt von Aarau (1088) und Baden (1218). «In den bevölkerungsmässig kleinen Bezirken ist meistens die Zahl der leerstehenden Wohnungen kleiner», bilanziert der Kanton.

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7. Wer eine 4-Zimmer-Wohnung sucht, hat die grösste Auswahl.

Richtig, wenn auch knapp. Anfang Juni standen in den beiden Fricktaler Bezirken 256 Vier-Zimmer-Wohnungen leer – 11 mehr als bei den Drei-Zimmer-Wohnungen. Am wenigsten Leerstände gibt es bei ganz klein und ganz gross: 37 Ein- und 53 Sechs-Zimmer-Wohnungen.

8. Das obere Fricktal mit seinen Tälern ist ländlich. Da gibt es viele leerstehende Einfamilienhäuser.

Korrekt. Anfang Juni waren 60 Einfamilienhäuser im Bezirk Laufenburg zur Miete oder zum Kauf ausgeschrieben. Das macht 18,2 Prozent am Total der Leerstände aus. Einen so hohen Anteil weist kein anderer Bezirk auf. Im kantonalen Schnitt sind es 10 Prozent. Die tiefste Einfamilienhaus-Quote hat der Bezirk Zurzach mit 7,2 Prozent – 0,1 Prozentpunkte vor Rheinfelden (7,3).

9. Es gibt Gemeinden, in denen nur Einfamilienhäuser und keine Wohnungen leerstehen.

Ja, eine: Oberhof. Hier sind drei Einfamilienhäuser zu haben – und null Wohnungen. Prozentual hoch ist der Anteil Einfamilienhäuser am Total der Leerstände auch in Hornussen (6 von 14), Hellikon (6 von 15) und Zuzgen (2 von 5). Am anderen Ende der Skala befinden sich Oeschgen, Wittnau, Wölflinswil, Kaiseraugst, Magden, Olsberg und Schupfart: Hier waren am 1. Juni keine Einfamilienhäuser zu haben.

10. Es gibt in diesem Jahr mehr leere Wohnungen als im Vorjahr.

Richtig. Kantonsweit standen im Juni 1114 Wohngen mehr leer als 2017 – das entspricht einer Zunahme um 15 Prozent. Gegenüber 2014, wo 4957 Leerwohnungen gezählt wurden, sind es sogar satte 70 Prozent. «Die Entwicklung der Leerwohnungsbestände über die Zeit folgt hauptsächlich dem konjunkturellen Verlauf der Wirtschaft», hält der Kanton in der Leerwohnungsstatistik fest. Brummt der Wirtschaftsmotor, wird viel gebaut – und entsprechend steht, temporär, auch mehr leer. Besonders viel Wohnraum wird seit 2010 gebaut. Das ist den tiefen Zinsen geschuldet.

Im Fricktal hat sich die Zahl der Leerwohnungen – im Vergleich mit anderen Bezirken – innert Jahresfrist nur geringfügig verändert. Wurden 2017 im Bezirk Laufenburg 325 leere Wohnungen gezählt, waren es in diesem Jahr 330. Im Bezirk Rheinfelden stieg die Zahl leerer Wohnungen zwischen 2017 und 2018 von 446 auf 467.

11. Es geht aber auch anders: In jeder dritten Gemeinde nahm die Zahl der Leerwohnungen zwischen 2017 und 2018 sogar ab.

Sogar noch in mehr Gemeinden: In 13 der 32 Gemeinden in den beiden Bezirken sank die Zahl der leerstehenden Wohnungen. Am meisten in Wittnau: Hier wurden im Juni 2017 44 leere Wohnungen gezählt, ein Jahr später waren es noch 17.