FiBL-Direktor Urs Niggli war die Freude am Freitag anzusehen. «Heute ist ein wichtiger Tag», betonte er anlässlich des Spatenstichs für den modernen Forschungs- und Bildungscampus in Frick. Er blickte kurz auf die «Tellerwäscher-Erfolgsgeschichte» zurück, die in den letzten 30 Jahren aus einem Ein-Mann-Betrieb in einem Baselbieter Estrich-Zimmer ein national und international renommiertes Institut mit 200 festangestellten Wissenschaftlern und Beratern und gegen 100 Studierenden gemacht habe. «Bio-Landbau ist im Trend, die Leute kaufen die Produkte», betonte er. Die zukünftigen Anforderungen in der Landwirtschaft und der Ernährung bräuchten aber eine moderne Forschung und eine neue Generation von Fachleuten. Deshalb mache nun das FiBL gerade zum richtigen Zeitpunkt einen grossen Sprung nach vorne.

Elf Millionen vom Kanton

Der bevorstehende Wachstumsschritt beinhaltet unter anderem 550 Quadratmeter mit modernen Laborplätzen, 300 Quadratmeter Gewächshäuser für die Entwicklung von neuen biologischen Pflanzenbehandlungsmitteln, für die biologische Pflanzenzüchtung und die Bodenfruchtbarkeitsforschung. Weiter entsteht auf 1200 Quadratmetern ein moderner Aus- und Weiterbildungscampus mit Schulungsräumen und einer Aula. Zudem wird der Gutsbetrieb modernisiert, es wird ein artgerechter Kuhstall gebaut und es gibt es neue Büroräume. «Wenn das Geld am Schluss noch reicht, möchten wir auch noch ins studentische Wohnen investieren», sagt Niggli.

Für die Bauvorhaben, die das FiBL bis ins Jahr 2022 beschäftigen werden, sind gesamthaft über 25 Millionen Franken veranschlagt. Elf Millionen stammen dabei aus dem kantonalen Swisslos-Fonds. «Ohne die Regierung des Kantons Aargau wäre das alles gar nicht möglich», so Niggli.

Mit dem Beitrag aus dem Swisslos-Fonds bekräftige der Regierungsrat die Bedeutung des FiBL «als Kompetenz- und Forschungszentrum für nachhaltige Landwirtschaft», so Regierungsrat Markus Dieth in seiner Grussbotschaft beim Spatenstich. Der Ausbau des Forschungsinstituts sei «ein Meilenstein» in der Hightech-Agrarforschung des Aargaus und ganz im Sinne des Mottos «Vom Aargau – für die Welt». Denn, so Dieth weiter: «Unser Hightech-Kanton wird damit in Zukunft über noch überzeugendere Argumente im internationalen Wettbewerb verfügen.»

Frick ist stolz auf das Institut

Der Fricker Gemeindeammann Daniel Suter seinerseits sagte, die Gemeinde Frick sei stolz, Standortgemeinde eines solch bedeutenden Forschungsinstituts sein zu dürfen. Sowohl für die Bauherrschaft als auch für die Gemeinde sei es sehr wichtig, die neuen modernen und zweckmässigen Bauten sorgfältig in die ökologisch sensible Landschaft einzubetten. Partnerschaftlich sei deshalb ein Masterplan erarbeitet worden. «Das neue Gesicht des FiBL soll die hohen Ansprüche des FiBL an die Nachhaltigkeit und Ökologie auf den ersten Blick erkennen lassen, wozu auch eine sorgfältige Auswahl der Baumaterialien beitragen soll», so Suter.

Auch Bio-Suisse-Präsident Urs Brändli und die stellvertretende Stiftungsratspräsidentin und St. Galler SP-Nationalrätin Claudia Friedl richteten Grussbotschaften an die Gäste. Friedl hob die wissenschaftliche Exzellenz des Instituts hervor: «Es gilt in Europa als Kaderschmiede.» Und auch Brändli stellte den internationalen Bezug her. Durch die neuen Gebäude werde etwas Fricker Boden geopfert, «damit Wissen gedeiht, um die Böden weltweit fruchtbarer zu gestalten».