Erfolglos kämpft ein Mann in Menziken um das Leben seines Freundes, der einen Herzstillstand erlitten hat. Fast 30 Minuten geht es, bis die Ambulanz eintrifft – obwohl das Spital Menziken nur 500 Meter entfernt liegt. Der Grund: Das Rettungsfahrzeug fährt – durch die Einsatzleitzentrale aufgeboten – aus dem 20 Kilometer entfernten Kölliken an. Am Abend wird der Patient im Kantonsspital Aarau für tot erklärt.

1. Für viele Beobachter unverständlich: Warum hat die Einsatzleitzentrale so gehandelt?

Toni Oetterli, Leiter Rettung Aargau West, erklärt auf TeleM1: "Das zuständige Team aus Menziken war besetzt, betreute selbst einen Notfallpatienten und auf dem Weg nach Baden. In solchen Fällen bieten wir das nächste freie Team auf."

Dieses stand auf dem Rastplatz Kölliken Süd bereit. 26 Minuten später war es vor Ort beim Patienten in Menziken und fuhr ihn dann ins Kantonsspital Aarau. Dort ist man für einen solch schweren Fall ausgerüstet.

2. Hätte dann nicht das Spital Menziken Rettung in die nahe gelegene Wohnung schicken können?

Weil der Notruf über Aarau geht, wusste man beim Asana Spital Menziken gar nichts vom Drama. Sein Direktor Daniel Schibler sagt: "Aus diesem Grund konnten wir nicht einschreiten. Das tut mir schrecklich leid." Falsch gemacht habe man nichts.

Mann stirbt, weil Ambulanz zu lange zum Unfallort brauchte

In seiner Wohnung kämpft ein Mann ums Leben seines Freundes. 30 Minuten wartete er bis die Ambulanz vom 500 Meter entfernten Spital bei ihm ankam.

3. Verhinderte der Kantönligeist eine schnellere Rettung?

Von Kölliken aus brauchte die Ambulanz fast 30 Minuten nach Menziken. Viel näher gelegen wäre das Spital Sursee gewesen. Nur 15 Minuten dauert eine Fahrt nach Menziken. Sursee liegt jedoch im Kanton Luzern. 

Der Leiter Rettung Aargau West, Toni Oetterli, bestätigt, dass diese Option geprüft wurde. "Wir arbeiten über die Kantonsgrenze hinaus. So wie wir auch im Kanton Luzern aushelfen. Den Entscheid fällt das Einsatzleitsystem."

Das System in Aarau kam zur Berechnung, dass die Ambulanz in Kölliken schneller vor Ort sein wird. Der Grund: Der Disponent in Aarau müsste die Ambulanz in Sursee telefonisch zu erreichen versuchen. Das hätte im vorliegenden Fall aber zusätzliche wertvolle Minuten gekostet.

4. Hätte nicht ein Helikopter aufgeboten werden müssen?

Isabelle Wenzinger, Sprecherin des Kantonsspitals Aarau, zu dieser Frage: "Ein Helikopter ist grundsätzlich nicht schneller. Das hängt von Verfügbarkeit, Witterungsbedingungnen und Landesituation ab." Das Einsatzleitsystem hat auf eine Ambulanz gesetzt.

5. Hätte der Patient gerettet werden können?

Ob der Mann überlebt hätte, wenn die Ambulanz schneller vor Ort eingetroffen wäre, lässt sich nicht klären.