Auch weitere Änderungen seien geplant. Grundsätzlich sei aber wegen des demographischen Wandels eine Rentenreform unumgänglich.

Ministerpräsident Dmitri Medwedew hatte Mitte Juni - parallel zum Beginn der Fussball-Weltmeisterschaft - ein Gesetz angekündigt, das unter anderem eine schrittweise Erhöhung des Renteneintrittsalters vorsieht. Für Frauen solle es nun um fünf Jahre von 55 auf 60 Jahre steigen und damit nicht so stark wie zunächst geplant, sagte Putin. Männer sollen den ursprünglichen Plänen zufolge mit 65 Jahren in Rente gehen und damit fünf Jahre später als bislang. Begründet wurde der Schritt mit den hohen Belastungen der Staatsfinanzen.

Kritiker haben darauf hingewiesen, dass damit in einigen Regionen das Renteneintrittsalter höher liegen würde als die durchschnittliche Lebenserwartung. Umfragen zufolge hat Putins Beliebtheit seit der Ankündigung gelitten. In den vergangenen Wochen kam es in mehreren Städten zu Protesten gegen die Pläne.

In Russland steht eine steigende Zahl von Rentnern einer abnehmenden Zahl von Arbeitskräften gegenüber, unter anderem eine Folge der geburtenschwachen Jahrgänge nach der Jahrtausendwende. Zudem leidet die Wirtschaft unter den Sanktionen des Westens. Das russische Parlament hatte die Rentenpläne im Juli in der ersten von drei Lesungen vorangetrieben. Neben der Duma muss auch der Föderationsrat zustimmen, bevor das Gesetz Putin zur Unterschrift vorgelegt werden kann.