Ein Kompromiss in diesem Streit sei "fast unmöglich", zitierten die Medien in Belgrad am Sonntag den serbischen Staatspräsidenten Aleksandar Vucic.

"Wir sind weit entfernt von einer solchen Lösung", habe Vucic am Vorabend vor Landsleuten im Nordkosovo gesagt. Demgegenüber streben die EU und die USA an, in den nächsten Monaten einen Durchbruch in dem Dauerkonflikt zu erreichen.

Der Westen hatte immer wieder behauptet, eine Ende der Dauerkrise könne nahe sein. Am vergangenen Freitag war eine neue Vermittlungsrunde der EU in Brüssel zwischen den beiden zerstrittenen Nachbarn gescheitert. Vucic hatte sich geweigert, seinen Kosovo-Kollegen Hashim Thaci zu treffen und war wieder abgereist.

Serbien legt sich nicht Grossmächten an

Serbien werde sich aber nicht mit den Grossmächten anlegen, die überwiegend das Kosovo als unabhängigen Staat anerkannt hatten, sagte der Präsident weiter. Stattdessen müsse Serbien wirtschaftlich stärker werden und seine Minderheit im Kosovo tatkräftig unterstützen. Dann könnte sich in Zukunft möglicherweise eine neue Chance für eine Konfliktlösung ergeben.

Ende der 90er-Jahre hatten serbische Militärs und Paramilitärs bis zu 800'000 Albaner aus dem Kosovo vertrieben, um die Region wieder unter Kontrolle zu bringen. Nato-Bomben hatten den Rückzug der Serben erzwungen. Seitdem stand das Land unter internationaler Verwaltung unter dem Schutz einer Nato-geführten Schutztruppe, an der auch die Bundeswehr beteiligt ist.

2008 hatte sich das Kosovo für unabhängig erklärt und ist heute von über 110 Staaten als selbstständiger Staat anerkannt. Belgrad akzeptiert das nicht und will seine frühere Provinz wegen seiner dort gelegenen mittelalterlichen Klöster und Schlachtfelder wieder zurückhaben.