Die Fasnacht ist journalistisch ja so eine Sache. Grundsätzlich sollte man möglichst wenig kritisieren. Eigentlich erst, wenn alle Grenzen des Verstandes überschritten sind, wie bei jenen beiden Dotteli, die in weissen Anzügen aus dem Chemiefachhandel und vors Gesicht gebundenen Trump-Fotos am Cortège herumstolperten. Sie verteilten als Zeedel eine Karte mit einem Foto des Eingangs des KZ Auschwitz-Birkenau. Hier eine Faustregel: Holocaust-Vergleiche sind immer, wirklich immer eine unglaublich dumme Idee.

Aber weg von den offensichtlich Biirewaiche zu jenen, die normalerweise davonkommen. Da hatte es auch einiges dabei, das sollte man nicht einmal unter der Dusche singen. Politiker wie Dürr, Wessels und Ackermann liefern genügend Stoff um gute Verse über sie zu singen. Ihre Namen einfach in Uralt-Verse abzufüllen à la «dä könnet er bhalte», geschenkt! Faustregel zwei: Wenn der Vers schon über Peter Facklam und Jögge Schild gesungen wurde, dann ist er nicht mehr der frischeste! Falls die Regel nicht hilft, dann hilft der dank Telebasel mögliche «Toni-Brunner-Test». Wenn nicht einmal der lacht, wenn ihr einen Linken in die Pfanne haut, dann war der Vers wirklich richtig lausig.

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Frisch scheinen dagegen einige Baselbieter Juso zu sein. Sie treten in die deutsche SPD ein, um dann gegen den Koalitionsvertrag mit der CDU zu stimmen. Eigentlich eine glatte Idee, nur hat man das Gefühl, man habe den Aufruf dazu auch schon gehört. Und zwar in einer deutschen Satiresendung namens «Heute Show».

Hier kurz, warum das keinen Sinn macht. Die Alternative zu einer Grossen Koalition sind Instabilität durch eine Minderheitsregierung oder, wahrscheinlicher, Neuwahlen. Angesichts der aktuellen Umfragewerte wäre danach die AfD, die die Juso so verabscheuen, stärker als die SPD. Und das müssten ja dann wieder die ausbaden, die in Deutschland wohnen, also nicht die Baselbieter Juso. Irgendwie passts ja: Baselbieter Politiker, die anderen sagen, was sie zu tun haben. In der Stadt kennen wir das schon seit Jahrzehnten. Wird Zeit, dass sich auch die Deutschen daran gewöhnen.

Dagegen herrschte plötzlich Einigkeit unter den regionalen Bundespolitikern, als sie die Einladung der Handelskammer zu einem Kürsli in Lobbying bekamen. Handelskammer-Chefin Elisabeth Schneider-Schneiter war interessanterweise die einzige, die die Idee gut fand. Dabei hatten sich es die Handelskämmerer so schön vorgestellt: Alle National- und Ständeräte högglen um einen Tisch und man erzählt ihnen, wie man zusammen etwas erreicht.

Nun, hier die Faustregel dazu: Wenn man gemeinsam für die gleiche Sache auftritt, klappt es eher, als wenn jeder sein persönliches politisches Süppchen kocht. Kurs fertig, Kaffeepause! Obwohl, die Pointe gehört Sebastian Frehner von der städtischen SVP. Der sagte, er brauche garantiert niemanden, der ihm erklärt, wie Lobbying funktioniert. Sprachs und zog sich zurück in seine Wohnung im Allerwertesten der Pharmaindustrie.