Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck geht hoch, der Körper fängt an zu schwitzen. Die gesamte Aufmerksamkeit ist auf die lebendige Schlange gerichtet: «Menschen mit Schlangenangst geht es ähnlich wie Menschen, die sich vor Spinnen fürchten. Sie versuchen, jeglichen Kontakt mit dem Tier zu vermeiden und sich möglichst schnell von ihm zu entfernen», erklärt Nathalie Schicktanz von der Abteilung für kognitive Neurowissenschaften der Universität Basel.

Auch wenn dies kein angenehmes Gefühl ist: Schicktanz und ihre Kollegin Eva Loos suchen für ihre Studie zur Reduktion der Angst nach Menschen, die beim Anblick einer Schlange genauso regieren und sich dieser Angst stellen.

Wer hat denn nun wirklich Angst?

Die geeigneten Teilnehmer zu finden scheint aber nicht so einfach zu sein. Bereits seit Monaten wird das entsprechende Inserat immer wieder auf der Website für Jobangebote der Uni aufgeschaltet. Momentan läuft sogar eine Werbekampagne in den Basler Trams, um auf die Studie aufmerksam zu machen.

Im Herbst des vergangenen Jahres kündeten die Studienleiterinnen an, die Resultate Mitte 2018 präsentieren zu können. «Wir waren mit der Planung etwas zu optimistisch. Für die Zwischenanalyse bräuchten wir ungefähr 90 Probandinnen und Probanden. Zurzeit haben wir rund ein Drittel davon», sagt Schicktanz.

Denn Spinnen-Angst gibts ja auch...

Der Grund für die Verzögerung liegt allerdings nicht an einem Mangel an Menschen mit Schlangenangst in Basel. «Schlangenangst ist ungefähr gleichstark verbreitet wie die Angst vor Spinnen», erklärt Schicktanz. «Das Problem ist viel mehr, dass es hier kaum Schlangen gibt und die Menschen deshalb sehr selten in Berührung mit den Tieren kommen.» So sei es oft vorgekommen, dass sich Probanden für die Studie angemeldet hätten, dann aber, als sie die Schlange vor sich sahen, feststellen mussten, dass sie überhaupt keine Angst verspüren.

«Diese Menschen haben häufig in diesem Moment das erste Mal eine echte Schlange gesehen. Als Teilnehmer kommen sie ohne die Angst aber nicht infrage. «Das ist einer der Gründe, warum die Rekrutierung so lange dauert», sagt Schicktanz. Ein weiterer sei, dass die Teilnehmer an allen Terminen teilnehmen müssen. Seit die Sommerferien vorbei sind, treffen allerdings wieder mehr Anmeldungen ein, sodass die Studienleiterinnen damit rechnen, im Frühling 2019 genügend Teilnehmer zu haben, um starten zu können.