Der Tierschutz beider Basel wird ein wenig vom Pech verfolgt. 2015 war der Spatenstich für den Neubau des Tierheims an der Birs, seither kam es immer wieder zu Verzögerungen. Jetzt fällt auch das Eröffnungsfest für die Öffentlichkeit ins Wasser. Vorgesehen war ein Tag der offenen Tür am Samstag, 1. September. Wie der Tierschutz beider Basel am Montag mitteilte, kann der Anlass nicht durchgeführt werden, ein neues Datum folge.

«Die Bauarbeiten verzögern sich länger als geplant», schreibt die Stiftung Tierschutz beider Basel (TBB) Schweiz. Dadurch entstünden Emissionen, die hätten wiederum Auswirkungen auf die Tiere sowie auf die Menschen. «Ebenso verhinderte die ausserordentliche Hitzeperiode das Fertigstellen der Aussenanlagen.

Jascha Schneider, Präsident der Stiftung TBB, sagt auf Anfrage der bz: «Der Zeitplan war schlicht zu sportlich. Wir wollen nichts übers Kreuz brechen. Auch macht die Aussenanlage derzeit optisch noch keine gute Falle. Es fehlen auch Sicherheitsgeländer. So sind wir zum Fazit gekommen: Das bringt nichts.»

Stress für Mensch und Tier

Das Gebäude sei fertig bezogen, der Betrieb laufe «derzeit bei 95 Prozent», sagt Schneider, «aber halt noch nicht bei 100 Prozent». Bereits der Umzug im vergangenen Frühling vom provisorischen Standort in Münchenstein ins neue Tierheim habe viel Energie gekostet. «Wir wollen die Mitarbeiter und die Tiere jetzt nicht noch zusätzlich belasten.»

Zum Ausweichdatum lässt er sich nichts entlocken. «Bis Ende Jahr sind sicherlich alle Arbeiten zu Ende. Wir überlegen uns, bis zum Frühling zu warten mit dem Eröffnungsfest.»

Das neue Tierheim an der Birs wurde am 7. Juni offiziell eröffnet, wenige Tage zuvor waren die Tiere vom provisorischen Standort im Münchensteiner Walzwerk-Areal nach Basel gezügelt worden. Der Neubau ersetzt das 1971 bezogene alte Tierheim zwischen Bahndamm und Fluss.

2015 fuhren die Bagger auf, doch es kam immer wieder zu Engpässen bei der Finanzierung. Die letzte Kostenschätzung belief sich auf 12 Millionen Franken, davon stammte rund die Hälfte aus Spenden. Auch die beiden Basel sprachen Garantien, so kam die Stiftung zu Krediten zu besseren Konditionen.

Amt fordert mehr Licht

Der Neubau muss zahlreiche Richtlinien erfüllen, nicht nur punkto Tierschutz: Auch Lärmschutz und Grundwasser stellten hohe Anforderungen. Das machte die Arbeiten entsprechend teuer.

Als das Gebäude bereits bezogen wurde, kam Kritik vom Veterinäramt auf, wie die «Tageswoche» schrieb. So sind einige Räume zu dunkel, sie entsprechen laut Amt nicht den Vorgaben der eidgenössischen Tierschutzverordnung und konnten deshalb noch nicht freigegeben werden.

Jascha Schneider sagt, die Behebung der Probleme mit dem Tageslicht bei den Räumen im Untergeschoss sei auf gutem Weg. Es handle sich nicht um gravierende Mängel.