Wer bei den Temperaturen der vergangenen Tage in einem kühlen Büro sass, gehörte zu den wenigen Glücklichen. Dafür gibt es zwei Gründe: Entweder hat das Gebäude, in dem man arbeitet eine integrierte Klimaanlage, oder man hat eine der letzten mobilen Klimaanlagen oder Ventilatoren ergattert. Alle anderen müssen wohl auch weiterhin schwitzen, denn für eine spontane Lösung ist es bereits zu spät. «Eine grosse Klimaanlage kann man nicht ohne weiteres in ein bestehendes Gebäude einbauen, das dauert», sagt Marcus Diacon, Leiter der Abteilung Energie beim Amt für Umwelt und Energie (AUE).

Für alle Anlagen über 20 kWh Kühlleistung wird in Basel-Stadt eine Bewilligung benötigt. Wenn der sogenannte sommerliche Wärmeschutz gewährleistet ist, bewilligt das AUE die Anlage. Dafür muss die Überhitzung von Räumen vermieden und der Energieverbrauch möglichst gering gehalten werden. Allerdings ist es in diesem Fall oft auch notwendig, ein Baubegehren einzureichen, da der Rückkühler in der Regel an der Aussenseite des Gebäudes angebracht wird. Kurzfristig geht das also nicht. «Wer jetzt eine solche Klimaanlage plant, kann diese frühestens im November in Betrieb nehmen», sagt Diacon. Spontane Abhilfe könnte nur eine mobile, kleinere Anlage schaffen. «Auch bei diesen Geräten ist es notwendig, die Gesetze betreffend Entsorgung und Lärmemissionen einzuhalten, eine Bewilligung wird aber nicht benötigt», so Diacon.

Schädliche Kühlmittel

Zurzeit ist allerdings auch hier eine kurzfristige Beschaffung schwierig. Auf der Suche nach einem solchen Gerät wird man sich in Basel schnell vor leeren Regalen wieder finden. Die Hitzewelle der vergangenen Wochen hat dafür gesorgt, dass Klimaanlagen und Ventilatoren in den meisten Elektronikgeschäften in Basel ausverkauft sind. «Bis auf ein Modell sind im Media Markt Basel alle Klimaanlagen schon länger ausverkauft», sagt Kundendienst-Mitarbeiter Raphaele Vitellio. Pro Tag habe Media Markt im Durchschnitt 100 Geräte pro Filiale verkauft.

Auch bei Manor Basel sind die Regale leer. «Heute Morgen wurden sechs neue Turmventilatoren geliefert, aber die sind jetzt schon alle weg», sagt Sylvie König von der Elektronikabteilung. Wann mit Nachschub zu rechnen ist, sei bislang noch unklar.

Klimaanlagen allerdings wird es hier in näherer Zukunft nicht zu kaufen geben. «Diese können wir momentan nicht nachbestellen, da der Hersteller selbst keine Geräte mehr auf Lager hat», sagt Fabienne Stehle, die Leiterin der Abteilung.

Diacon würde von einer solchen Anschaffung aber ohnehin abraten: «Solche Geräte helfen nur bei kleineren Räumen mit wenigen Personen. Für die zwei, drei Wochen im Jahr, in denen es bei uns heiss ist, lohnt sich daher weder die finanzielle Investition noch die Umweltbelastung, die dadurch entsteht», sagt er. So sei neben den prekären Herstellungsbedingungen und den Emissionen durch den Transportweg auch die Entsorgung ein grosses Problem. Die Anlagen enthalten Kühlmittel aus Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoff, das die Ozonschicht beeinträchtigen kann, und müssen daher fachgerecht entsorgt werden.