1795 war es, als ganz Europa gebannt nach Basel starrte. Dort wurde der Vertrag ausgehandelt, der später als «Friede von Basel» in die Geschichtsbücher einging. Spanien und Preussen schieden aus dem 1. Koalitionskrieg gegen Frankreich aus. Eine stolze diplomatische Tradition, die heute nicht mehr viel zu gelten scheint.

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Deutschland hat sein Konsulat am Steinenring geschlossen und zu einem Honorarkonsulat im Badischen Bahnhof gemacht, Frankreich hat seines aufgegeben, genauso wie Spanien. Das spanische Konsulat wurde unter dem grossen Protest der hiesigen spanischen Diaspora 2013 geschlossen. Die Dienstleistungen verlagerten die Länder alle nach Bern in ihre Botschaften, oder nach Zürich, wo die meisten Staaten noch ein Konsulat unterhalten. Momentan zählt Basel 19 Konsulate, Zürich deren 62.

«Ja, das ist ein Trend, den wir beobachten und nicht gutheissen», sagt der Basler Regierungssprecher Marco Greiner. Und per 8. September wird nun das schwedische Honorarkonsulat geschlossen, die «Tre Kronor» auf dem königlich-schwedischen Wappenschild verschwinden aus dem Basler Stadtbild. «Wir haben den Bundesbehörden unser Bedauern mitgeteilt», sagt Greiner zum fortschreitenden Schwund der Vertretungen in Basel. Bedauert wird dieser nicht nur aus reiner Eitelkeit. «Wir haben sehr viele ausländische Staatsbürger hier und es wäre schön für diese Einwohner unserer Stadt, wenn sie kurze Wege zu ihren Behörden hätten», moniert Greiner.

Ein Amt mit Tradition

«Dieses Amt war mir eine grosse Ehre«, sagt der scheidende schwedische Honorarkonsul. Und dabei handelt es sich nicht um einen Unbekannten, sondern um den Produzenten des Basel Tattoo, Erik Julliard. Der Sohn einer Schwedin führte als Honorarkonsul eine Familientradition fort, bereits sein Grossvater und sein Onkel hatten das Amt inne. «Es ist schade für die hier ansässigen Schwedinnen und Schweden«, sagt Julliard über die Massnahme. Denn sie müssen nun jeweils nach Bern, wenn sie einen Pass verlängern oder ihr Wahlrecht ausüben wollen.

Aber das Mandat sei auf jeweils vier Jahre befristet und werde dann normalerweise verlängert. Doch das schwedische Aussenministerium wolle die Standorte konzentrieren. Das sei auch eine Sparmassnahme. Denn «auch wenn wir das ehrenamtlich tun, verursachen wir doch einen gewissen Aufwand für die Botschaft», sagt Julliard.

Er betreut die rund 3000 Schweden in der Nordwestschweiz zwar in Basel, reicht aber einen Teil der Arbeit weiter nach Bern, wenn es beispielsweise um das Ausstellen oder Verlängern von Dokumenten geht. Ob die Schweizer Behörden diesem Konzentrationsprozess etwas entgegensetzen können oder wollen scheint fraglich. Von einem der wenigen in der Region verbliebenen Honorarkonsuln ist zu erfahren, dass auch die schweizerischen Behörden hinter der Konzentration in Bern und Zürich stehen.

Sie seien an möglichst wenigen Standorten interessiert. Insbesondere, weil die Schweiz mit dem UNO-Sitz in Genf ohnehin vor der Situation steht, dass etliche Länder zwei Botschaften auf Schweizer Staatsgebiet unterhalten, mit allem Aufwand, den dies für das Gastland mit sich bringt. So heisst es vom Departement für Auswärtige Angelegenheiten auf Anfrage auch nur: «Grundsätzlich werden zusätzlich zur konsularischen Abteilung bei der Botschaft in Bern nur Gesuche um Eröffnung eines einzigen zusätzlichen konsularischen Postens pro Sprachregion geprüft. Die meisten Länder ziehen Zürich vor.»