Der grösste Kostenfaktor im Gesundheitswesen sind die Spitäler. Eng verknüpft sind damit die steigenden Krankenkassenprämien. Seit Jahren kämpfen Bund und Kantone deshalb für die Stärkung des Managed-Care-Systems, das den Hausarzt als erste Anlaufstelle für Patienten vorsieht. Weitgehend erfolglos.

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Die Managed-Care-Vorlage, über die das Schweizer Volk 2012 abstimmte, scheiterte klar. Bis heute ist immer noch nur ein kleiner Teil der Versicherten bei einem alternativen Versicherungsmodell versichert. Zu diesen gehört nicht nur Managed Care, sondern auch beispielsweise bei Telmed-Modelle, wo vor jedem Arztbesuch eine medizinische Leitstelle kontaktiert werden muss.

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Nun will der Kanton Basel-Stadt einen neuen Anlauf starten, diese alternativen Versicherungsmodelle zu stärken. Die Steuervorlage 17, die jüngst von der Basler Regierung präsentiert wurde, sieht zehn Millionen Franken zusätzlich für Prämienverbilligungen vor. Was bisher nicht kommuniziert wurde: Nur rund ein Drittel dieses Geldes soll investiert werden, damit mehr Leute in den Genuss von Prämienverbilligungen kommen.

Zwei Drittel dieses Geldes sollen in ein Bonussystem fliessen, das die Prämienzahler zu einem Krankenkassenwechsel animieren soll. Basel-Stadt wird somit der erste Kanton, der die Prämienverbilligungen nicht nur nach Einkommensklassen ausschüttet, sondern diese auch an den Krankenkassentyp koppelt. Wie die bz weiss, steht ein Bonus von monatlich rund 30 Franken im Raum – für all jene, die einem alternativen Versicherungsmodell angehören.

Antonios Haniotis, Vorsteher des baselstädtischen Amts für Sozialbeiträge, bestätigt entsprechende Informationen. Verschiedene Überlegungen stünden hinter dem Basler Bonus-Modell, sagt er. Zum einen sei es die «grundsätzliche Überzeugung, dass diese alternativen Krankenkassenmodelle gefördert werden sollen». Zum anderen die Tatsache, dass gerade bei den Bezügern von Prämienverbilligungen grosses Sparpotenzial herrscht. Das Viertel, das in Basel-Stadt solche Ergänzungsleistungen bezieht, ist statistisch gesehen weniger gesund und öfter in medizinischer Behandlung. Eine Triage, wie sie die alternativen Krankenkassenmodelle vorsehen, dürfte sich hier besonders stark in den Kosten niederschlagen.

Grosses Sparpotenzial

Es ist ungewiss, wie viele Bezüger von Prämienverbilligungen durch den zusätzlichen Anreiz zu einem Wechsel animiert werden können. Haniotis sagt aber: «Heute wird in Basel jährlich eine Milliarde für die Grundversicherung ausgegeben. Grund genug, etwas zu tun.»

Die Krankenkassenprämien in Basel-Stadt sind schweizweit die höchsten – was mit ein Grund dafür ist, dass der Kanton den Prämienzahlern häufig unter die Arme greifen muss. Das Volumen für Prämienverbilligungen liegt bei 155 Millionen Franken jährlich. Haniotis ortet «grosses Potenzial» im neuen System. Nicht zuletzt, weil die Preisdifferenzen zwischen den herkömmlichen Krankenkassenmodellen und den alternativen gross sind. Beim Hausarztmodell sparen die Versicherten im Schnitt 25 Prozent, beim Telmed-Modell 15 Prozent.