10,3 Millionen Franken Zusatzkosten für Löhne der Kantonsangestellten sind im heute vorgestellten Budget 2019 von Basel-Stadt enthalten. Gekennzeichnet sind sie nicht als Lohnerhöhung, sondern gut getarnt als «Anpassung an die Teuerung». Eine solche Anpassung sieht das kantonale Lohngesetz denn auch vor – jedoch nicht im aktuellen Fall. Wieso, lässt sich am einfachsten anhand eines Schoggistängelis erklären. Und das geht so:

Stellen Sie sich vor, Sie hätten eine Abmachung mit ihrem Sohn Fritzli darüber, dass er wöchentlich ihre Einfahrt putzt. Fritzli erhält dafür einen Franken, damit er sich ein Weggli kaufen kann.

Nun sinkt der Weggli-Preis (=negative Teuerung) und Fritzli kann sich plötzlich nicht nur ein Weggli, sondern dazu auch noch ein Schoggistängeli leisten. Weil Sie ein lieber Vater sind, zahlen Sie ihm weiterhin den vollen Lohn, also einen Franken - das war ja schliesslich so abgemacht...

Nun steigt die Teuerung wieder an, noch nicht so richtig, aber der eine Franken reicht Fritzli nur noch für ein Weggli und ein halbes Schoggistängeli. Was tun Sie nun? Zahlen Sie ihm 1.50 pro geputze Einfahrt, damit er sich weiterhin ein Weggli und ein Schoggistängeli leisten kann? 

Ja, das machen Sie, zumindest wenn Sie der Mehrheit der Basler Regierung angehören und den Franken nicht nur an Fritzli, sondern an alle Kantonsangestellten (und sich selber) bezahlen. Denn wie folgender Grafik zu entnehmen ist, ist die negative Teuerung noch längst nicht aufgebraucht – Herr und Frau Kantonsangestellte erhalten also trotz anziehender Teuerung ein gutes Stückchen Schoggi zu ihrem Weggli. 

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PS: wäre die Teuerung von Anfang an positiv gewesen, und Fritzli wäre nach einem Jahr zu Ihnen gekommen und hätte geklagt – du Papi, für den einen Franken bekomme ich nur noch ein halbes Weggli, dann sähe die Sache anders aus. Dann hätten Sie vermutlich Fritzlis Lohn der Teuerung angepasst und ihm zwei Franken fürs Einfahrt-Putzen bezahlt.