Kaum eine Gemeinde schaffte es 2016 so oft in die Schlagzeilen wie Allschwil. Entsprechend vielseitig fielen am gestrigen Fasnachtsumzug auch die Sujets aus. Die vielen Schlagzeilen gleich zum Thema gemacht hatten die Gränzwaggis. Ihr Wagen kam als grosses Papierschifflein aus alten Zeitungen daher. Ein Sommerloch habe es letztes Jahr nicht gegeben, meinten sie.

Doch dä Summer jagt ei Skandal dr ander,
es isch gwaltig,
und all die Stories chömme us Schwellheim,
us unserer Gmeindsverwaltig.

Gränzwaggis

Die Gränzwaggis beschäftigen sich unter dem Sujet "E Zytigsschiffli baue isch nid schwer, aber s Stüre drgege sehr!" mit den vielen Allschwiler Schlagzeilen des letzten Jahres.

Die Story über die Unzufriedenheit auf der Verwaltung fand bei vielen Cliquen Eingang. So etwa auch bei der Wildviertel-Clique:

Dr Ywohnerroot luegt hilflos zue
Dä spielt am liebschte «Blindi Chueh».

Wildviertel-Clique Allschwil

Die Wildviertel-Clique Allschwil thematisierte mit dem Sujet "Ä Glücksrad mit System löst s Gmeini-Personalproblem" die Unstimmigkeiten auf der Verwaltung.

Neben den Personalschwierigkeiten war das Wahlbüro-Debakel an der letzten Gemeinderatswahl eines der beliebtesten Sujets. Das Büro hatte am Sonntag nach dem Stimmenzählen verkündet, keiner der sieben Kandidaten habe das absolute Mehr erreicht. Dabei wurde dieses bloss falsch berechnet, was Wahlbüropräsidentin Jacqueline Misslin später dazu veranlasste, von ihrem Amt zurückzutreten. Entsprechend waren viele Wagen als überdimensionierte Rechenschieber unterwegs. So reimten die Dorflüüs:

Doch s Schagglin Misslin isch überhaupt nit irritiert
«S Wahlbüro c’est moi!», het sie dr Louis XIV zitiert.
«Drum verchünd ich s Resultat, ich has bestumme
Wär s mir nid glaubt, dä ghört zu de Dumme.»

Und die Im Brüel Waggis wollen nun auch beim Gemeindebudget nochmals nachrechnen:

Villicht verschwindet, s wär dr Hit,
bim Nochezelle s Defizit.

Auch Jason Brügger, der letztes Jahr im Fernsehen zum grössten Schweizer Talent gekürt wurde, war oft anzutreffen, etwa bei den 68er-Chepf:

Als Seiltänzer bruchsch e bits e Wahn
stets am Abgrund und doch so filigran.
Au bi uns do gsehsch ein muetig tanze
gwacklet doch dr Franz über d Gmeindfinanze.

Die Namälosä als Sensemänner thematisierten das Ladensterben in Allschwil. Die Quellemer hatten ihren Wagen dazu in einen Kiosk verwandelt und dichteten:

Aber ei wichtigi Froog beschäftigt mi:
Wo bringi denn mi Zalandopäckli hi?

Quellemer und WVC-Schpiil

Auch die Quellemer beschäftigen sich mit dem Ladensterben, während das WVC-Schpiil geschickt den Ärger zwischen den Kunstvereinen mit dem Thema Kunststoffsammlung verband.

Schliesslich gab es aber auch noch Cliquen, die sich auf die positiven Schlagzeilen aus Allschwil konzentrierten. So waren zum Beispiel mehrere Wagen als überdimensionierte Bierfässer unterwegs, weil auch Allschwil nun sein eigens Bier hat, das «Kitchen Brew». Andere huldigten dem ersten Allschwiler Dorf Jazz, so etwa die Schärbe Clique:

Joorelang het dr Bebbi dr Tschääss pachtet
und z Allschwil hesch bim Jodelchöörli gschmachtet
doch au die Zytte sin jetzt ändligg duure
jetzt chunnt Tschääss au uss der Allschwiler Schnuure.

Schärbe Clique

Die Schärbe Clique setzte sich das Sujet "S isch Tschääss im Dorf".

Fester Bestandteil der Fasnacht sind natürlich auch die Guggen.

Cosanostra Rugger

Die Cosanostra Rugger sind eine von drei Allschwiler Guggen, die am Umzug jeweils um die Wette "fätzen".