«Schnitzelbängg retten – ohne sie Fasnacht NIE!» Solche Banner waren in der Region nicht zu sehen, nachdem zwei renommierte Laufner Bängg für diese Fasnacht aus beruflichen oder anderen Gründen Forfait erklärt hatten. Die Enttäuschung war zwar gross, doch am vergangenen Fasnachtswochenende verflog sie im Nu, als etwa im Breitenbacher Kulturforum 10 die Mähldiger aus Meltingen, eine veritable Schnitzelbank-Grossfamilie, ihre Sicht der Dinge zur Melodie vom «Schacher Seppeli» darlegte. Überall sind wir Schweizer nämlich nicht schon «under dr Biggelhuube», wie vor Jahren eine Basler Clique monierte:


Mir hei uf dere schöne Wält
e mänge schöni Ort
Australie aber speziell
do fehle eim grad Wort
Mir Schwizer fiire dört no gärn
euse Rodschi-Tennis-Chämp,
die Dütsche halt die schaffe’s nur
dört is Dschungelcämp

Und auch den Sprung auf ihre nächste Beute im Wallis schafften die Mähldiger mit Bravour:


Darbellay, oh Darbellay
was isch denn los mit dir
e Glünggi und e Sürmel bisch
statt Drü hesch jetze Vier
Jänu-shit häppens-jodrno
is Wallis liebi Grüess
es het emol vor CVP
öppis Häng und Füess

Szenenwechsel nach Laufen ins «Alts Schlachthuus», ebenfalls ein Kulturzentrum. Hier analysierten am Sonntagabend Les Chanterelles, was zwar auf französisch «Eierschwämmli» heisst, in Kleinlützel aber zwei bezaubernde Schwestern mit schönen Stimmen sind, mit viel Charme und Augenaufschlag das Abstimmungsverhalten bei «KRIP and Trump»:


S Laufetal wehrt sich gege d Deponie
Wasser isch koschtbar, das lüchtet y,
Quelle schütze, JO, die, wo das wei
schrybe uf e Schtimmzettel e grosses NEI
de Wähler z Amerika isch’s glych gange
si sy im Buechschtabesalat blybe hange
hei gmeint, wenn si Donald Trump drufschrybe
fliegt dä use und d Hillary dörf blybe.

Ratlos zeigten sich die beiden über den Rat von Regierungsrätin Sabine Pegoraro, die Strasse vor dem neuen Bushof in Laufen «flächig» zu queren:


Dr Busbahnhof isch fertig,
au d Schtross isch wider gmacht
dr Verchehr lauft flüssig, drum gib i Acht,
i schtang am Schtrosserand, wart uf angeri Fuessgänger
elei chan i nid flächig quere, do bin i no Afänger,
Flä-flä-flä-flä-flä flächig quere….
das mues i jetz no lehre

Raten konnte oder wollte das mitgehende Publikum ihnen nicht, aber es schickte «The two Girls» in den Litzler Farben am Ende mit viel Applaus in die nächste Beiz. «Jä, nei hösch, jetz chömme die», zeigte eine Dame zum Eingang, wo sich schon die Lumpesammler aus Zwingen mit einem Schluck Wasser fit machten für ihre eingängige Melodie der Basler Diefflieger und für Leute, die den Handschlag verweigern:


Dr Skandal vo Therwil mit em Handschlag verwehre
zieht sich jetz i d FCs vo Basel bis Fehre
D Buebe wei ihrne Trainer d Häng jetz nümmi stregge
Sit em Jogi Löw weisch nie, wo die süscht no so die stegge

Refrain: Jä, nei, hösch, dää chasch nit bringe,
mir sy vo Zwinge, jä, nei!

Und mit einem unorthodoxen Ausblick liessen die einmal mehr sackstarken Lumpesammler am Ende die Emotionen hochgehen:


Alle Vögel sind schon da, alle Vögel alle:
Donald, Wladi, Marine, Frauke
haue recht und rächts uf d’Pauke,
baue Mürli, schütze d’Sippe
Do wünscht me sich e Vogelgrippe

Das Publikum klatschte vor Begeisterung, Vogelgrippe ja, aber nicht für die rare Spezies der Schnitzelbänggler. Und just beim Ausgang erreichte den bz-Mann die Nachricht, dass Breitenbachs Fasnachtsfeuer am 5. März nun doch lodere. Er hatte im Umzugsbericht aus Hirzebach das Gegenteil behauptet. Excusez oder exgysi!