«Es war ein Dorffest der Superlative. Alles hat bestens geklappt. Wir alle sind überwältigt». Dieses Fazit zog Sibylle Haussener, die Gemeindepräsident von Ettingen, die mit berechtigtem Stolz konstatierte, dass «alle Gugger etwas Grossartiges geleistet haben».

In der Tat war das ganze Dorf aktiv in «750 Jahre Ettingen» involviert. Das dreitägige Festprogramm war mit «Kultur und Kulinarik» umschrieben. Und das war dezent untertrieben. Die Ortsvereine und lokalen Institutionen hatten im Herzen des Dorfes insgesamt 32 Beizen auf die Beine gestellt. Es gab sieben Örtlichkeiten, wo Dokumentarfilme über das Ettingen von Gestern gezeigt wurde – superbe Zeitdokumente, welche die Entwicklung dieses einstigen, kleinen Bauerndorfes im hinteren Leimental zur dynamischen Agglomerationsgemeinde dokumentieren.

Aus den USA angereist

Am Freitagabend gab es ein Open-Air-Konzert mit Anna Rossinelli – die Basler Sängerin begeisterte, entzückte und riss die über tausensköpfige Zuhörerschaft zu Beifallsstürmen hin. Beim offiziellen Empfangs-Apéro am Samstagmorgen konnte das elfköpfige OK, mit Gemeinderat Johann Rudolph Thüring (populärer heisst er schlicht Hans-Ruedi) eine Regierungsrätin (Monica Gschwind) und diverse Baselbieter National- und Ständeräte begrüssen. Auch aus den umliegenden Gemeinden war die lokale Prominenz aus Politik und dem öffentlichen Leben nach «Ettigä» gekommen. Und wir trafen auf einen älteren Mann, der seit 53 Jahren in den USA wohnt und Brodmann heisst, das ist ein jahrhundertaltes Ettinger Geschlecht. «Wahnsinn – ich wusste gar nicht, dass es so viele Gugger gibt», meinte er gerührt.

Grandios die Marschmusik-Parade am Sonntagmittag (bei über 30 Grad an der Sonne) entlang der Hauptstrasse – insgesamt 19 Formationen defilierten unter dem Applaus der Menschenmenge. Bereits um 10.45 Uhr hatten die Loamvalley Stompers eine Jazz-Matinée zum Besten gegeben. Es herrschte Partystimmung pur.

Spektakulär und absoluter Blickfang war ab 15.15 Uhr die Oldtimer-Parade durch Mitglieder des Vereines «Freunde alter Landmaschinen Nordwestschweiz». Die Traktoren aus der guten alten Zeit entlockten manchen der Anwesenden Begeisterungsrufe – und riefen in Erinnerung, dass die Mechanik eine immense Evolution hinter sich hat.

Die Therwiler, die bekanntlich nicht ganz 100 sind (und daher 99er genannt werden), verspotten die Ettinger bekanntlich als «Schattenkinder», da der Blauen angeblich eine Sonneneinwirkung verhindert. Wir dürfen jedoch konstatieren, dass Ettingen von Freitagnachmittag bis gestern Abend eitel Sonnenschein hatte. Und darum ein Dorffest mit Volksfest-Charakter feierte, das in die Dorfgeschichte eingehen wird.