Im vergangenen September überraschte Peter Vetter die Baselbieter Politik. Der amtierende Landschreiber zog seine Kandidatur für eine zweite Amtszeit zurück, kündigte seinen Rückzug auf Ende März 2018 an. Peter Vetter reagierte damit auf die heftige Kritik, die in erster Linie von GPK-Präsident Hanspeter Weibel kam. Der Rückzug des bei den Parteien beliebten Landschreibers, löste Bedauern aus. Peter Vetter sagte im September: «Die GPK war natürlich schon ein Faktor.»

Sechs Monate nach Vetters Rückzug, präsentiert die Findungskommission nun ihre Wunschnachfolge: Elisabeth Heer-Dietrich soll Peter Vetter ersetzen. Für das Amt des Landschreibers gingen gemäss dem am Mittwoch erschienenen Bericht Findungskommission insgesamt 31 Bewerbungen ein. Die Nomination von Elisabeth Heer Dietrich sei einstimmig erfolgt. Die Wahl ist im Landrat auf den 22. März angesetzt.

Heer-Dietrich wuchs im Baselbiet auf. Nach dem Jus-Studium an der Universität Basel erwarb sie am Europainstitut Basel den Titel eines Master of Advanced European Studies. Zunächst arbeitete die heute 43-Jährige in der Privatwirtschaft, ehe sie zum Bundesamt für Polizei wechselte. Seit Herbst 2011 ist Elisabeth Heer-Dietrich Generalsekretärin der Sicherheitsdirektion des Kantons Zug. Derzeit lebt sie in Luzern. Laut Kommission hat Heer Dietrich angekündigt, ins Baselbiet ziehen zu wollen.

Amtsantritt per August geplant

Im Falle einer Wahl hat sich Elisabeth Heer Dietrich gemäss Kommissionsbericht mit ihrem derzeitigen Arbeitgeber schon über eine verkürzte Kündigungsfrist einigen können. Ihr Stellenantritt als Landschreiberin ist demnach per 1. August 2018 vorgesehen. Die am 1. April 2018 beginnende Amtsperiode dauert bis zum 31. März 2022.

Vetter hatte im vergangenen September seine Kandidatur für eine zweite Landschreiber-Amtszeit zurückgezogen und dies mit grossem Kräfteverschleiss begründet. Er ist künftig Partner in einer Basler Anwaltskanzlei. 

Ein Bericht der Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Landrats hatte im vergangenen Jahr Schwachstellen bei der Führung der Landeskanzlei aufgezeigt. In der Parlamentsdebatte zum Bericht im August erhielt Vetter, der der SP angehört, indes Rückendeckung von den meisten Parteien. Aussagen des GPK-Präsidenten (SVP) wurden scharf kritisiert.

Interimistische Leitung

Seit Mitte Februar wird die Landeskanzlei interimistisch von Vetters Stellvertreter Nic Kaufmann geleitet, wie die Regierung Ende Januar bekannt gegeben hatte. Die bisherige Organisation werde in der Übergangszeit grundsätzlich beibehalten; das Sicherstellen des Tagesgeschäfts sowie zwingende Aufgaben würden priorisiert.

Der Landrat hatte die Findungskommission im Herbst eingesetzt. Sie wurde aufgrund der Fraktionsgrössen aus je zwei Mitgliedern von SVP, SP und FDP sowie je einem Mitglied der Fraktionen von Grüne/EVP, CVP/BDP und GLP/G-U gebildet. Die Regierung hatte Sicherheitsdirektor Isaac Reber als beratende Stimme delegiert.

Trotz "einiger kritischer Medienberichte" habe sich während des Bewerbungsverfahrens erwiesen, dass die Position des Landschreibers im Kanton Basel-Landschaft "sehr attraktiv" sei, hält die Kommission im Bericht fest. Die Stellenausschreibung habe zahlreiche "gut bis hervorragend qualifizierte Personen" angesprochen.(yas/sda)