Julia Schneider wird bei den Landratswahlen vom 31. März 2019 eine der jüngsten Kandidierenden sein. Die Biel-Benkemerin ist vor wenigen Tagen 18 geworden. Schneider ist die Tochter der Baselbieter CVP-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter.

Allerdings ist die junge Frau für die Kandidatur nicht von ihrer bekannten Mutter, sondern von ihrem ehemaligen Geschichtslehrer angefragt worden. Auch dieser ist in der Region nicht unbekannt: Es handelt sich um den Oberwiler CVP-Landrat Pascal Ryf. Die Kandidatur von Julia Schneider soll der CVP im Wahlkreis Oberwil-Therwil helfen, junge Wählerinnen und Wähler anzusprechen.

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Als Abklatsch ihrer Mutter will sich Julia Schneider nicht abstempeln lassen. Sie wolle ihre «eigene Linie fahren», wie sie sagt. Ihre Mutter spielt beim politischen Engagement für Schneider höchstens eine Nebenrolle: Es sei zwar eine Chance, jemanden mit so viel politischer Erfahrung im familiären Umfeld zu haben. «Ich möchte aber nicht, dass sie explizit für mich Wahlkampf macht», stellt Julia Schneider klar.

Schneider-Schneiter war an der Politisierung ihrer Tochter trotzdem nicht ganz unschuldig: Politik sei oft ein Thema am Familientisch der Schneiders gewesen. «Auch wäre es gelogen, wenn ich sagen würde, dass mir die Werte der CVP nicht schon mit der Muttermilch mitgegeben wurden», räumt Julia Schneider ein.

Mehr Kompromisse, bitte

Schneider möchte sich in der immer mehr polarisierten Politiklandschaft für den Kompromiss einsetzen. Es sei bequem, Extrempositionen einzunehmen. Sie sei überzeugt, dass Kompromisspolitik immer mehr an Bedeutung gewinne. «Dazu möchte ich beitragen», sagt Schneider. Die Kandidatur bei den kantonalen Wahlen sieht sie zudem als Möglichkeit, sich sowohl politisch als auch persönlich weiter zu entwickeln.

Besonders wichtig ist ihr, dass sich möglichst viele Menschen in gesellschaftliche Prozesse einbringen: «Man darf nicht denken, dass sein eigenes Wirken eh nichts bringt. Damit beginnt oder endet alles. Dass die Schweiz so ist, wie sie ist, liegt an jedem einzelnen von uns.» In ihrem Freundeskreis ist sie die einzige, die sich politisch engagiert. «Wobei», schränkt sie ein, «Politik greift viel tiefer, als es vielen Menschen bewusst ist. Dinge sind politisch, ohne dass sie als Politik bezeichnet werden.»

Politische Schwerpunkte möchte Schneider vor allem in der Bildungspolitik setzen. Wichtig sei, dass die gelehrten Inhalte laufend an aktuell gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen angepasst würden. Auch Deutsch als Zweitsprache findet sie wichtig und unbedingt erhaltenswert.

Julia Schneider absolviert in Oberwil das Gymnasium, mit Schwerpunkt Wirtschaft und Recht. Wenn alles gut läuft, wird Julia Schneider nächsten Sommer die Matur in der Tasche haben; aktuell feilt sie an ihrer Maturarbeit. Die Schule bereite ihr keine grösseren Probleme. Daneben gibt sie Nachhilfeunterricht, auch weil sie ihr eigenes Geld verdienen möchte. «Es ist schöner, sich mit selbst verdientem Geld etwas leisten zu können, anstatt den Eltern auf der Tasche zu liegen.»

Die Nachwuchspolitikerin bezeichnet sich selber als diszipliniert. Damit sowie mit ihrem Engagement und ihrem Fokus möchte sie im Wahlkampf überzeugen. Wer ihre Mutter ist, kann sie nicht ändern. Ihren Wahlkampf darauf aufbauen, will sie sich erst recht nicht.