Mehrere Tausend Besucherinnen und Besuchern sahen eine tolle Prattler Fasnacht, die Gross und Klein gleichermassen faszinierte. Hochzufrieden war auch das Fasnachtskomitee rund um Obmann Peter Lüdin: «Ich bin in jeder Beziehung zufrieden. Im Speziellen freut mich, dass neunzig Prozent aller Teilnehmenden aus Pratteln sind». Das sei nirgends so, bilanzierte Lüdin, der entgegen dem Top-Thema Hochwasser einen farbenfrohen, fröhlichen und trockenen Umzug erlebte.

Trocken war es in Pratteln im vergangenen Jahr nicht immer. Denn im Sommer überschwemmten Hochwasser das Dorf. Mit gewissem Abstand freut dies die Dorfplatzrueche. «Mol öpis Neus... Venedig bi eus» war für sie das Sujet. Sie waren als Gondoliere verkleidet. Aufs Dach retten sich die Schoreniggeli. «Usem Bächli wird e Bach, mir rette uns ufs Dach», sagen sie in Anspielung auf den Talbach, der einst unverhofft massiv über die Ufer trat.

Plötzlich fangts a rägne mit grosse Tropfe,
mir aber hätte lieber e grosses Glas Hopfe.

Die Sumpfbrieder formiert als Wasserwehr inklusive Schiffli stört es, dass der Gemeinderat untätig blieb:

Und baulich het, das isch kei Seich,
dr Gmeinrot unternoh kei Streich.

Der Streit um den Pachtvertrag unter den Jägern eskaliert auch an der gestrigen Fasnacht – bei den Bonsai Waggis zur Freude des Wildes.

Jo will si sich stritte währ do darf go schiesse,
duets s Wild die Ruhe jetzt in volle Züge gniesse

Die Gaudi-Clique doppelt nach und sagt:

Was isch los im Prattlerwald,
dass es im Wild plötzlich gfallt

Die Jagd ist auf unbestimmte Zeit sistiert. «Drum lit die Jagd e Zytli still», kommentieren die Gaudis weiter um festzustellen, dass «s Wild macht was es will».

D Füchs und d Reh findes stark,
e Rueh, fascht wie im Nationalpark

Die Barbare-Clique hielt zum geschlossenen Hobby Hus fest, dass «dr Zug isch abgfahre». Und:

Uf der Hauptstroos bin y spaziert, y kumm mümi drus,
alli Kinder gsehn so trurig us

Nicht ganz verschwinden werden die Pfyffebutzerli, die mit zwei Chaise am Umzug waren. Sie stellten klar, dass «e Chaise isch kei Böötli» und sie nicht «dr Butz». Dieser erreicht als Quintett die Fasnacht infolge des Hochwassers mit dem Boot und es sagt ohne Hintergedanken: «Mir göhn nit unter». Das sei positiv zu sehen, unter anderem in Bezug der Fasnacht, der Vereine oder generell der Bevölkerung, sagt das OK.

Zum 52. Mal, seit Bestehen des Fasnachts-OK, waren die Gaudi-Clique, die Nachtfalter-Schränzer, die Horngruppe Hagebächli und Süsswinkel-Strizzi dabei. Das 40-Jahr-Jubiläum feierten die Verirrtä und d Sagglatärne.