Wer hätte das nach dem verkorksten Qualifying gedacht, dass Jndia Nerven wie Drahtseile beweisen und bis ins Final vorstossen würde! Denn die vier Qualiläufe waren alles andere als gut. Die Zeiten (9.29, 9.50, 11.96, 9.12) bewiesen, dass das Fahrzeug am Freitag und Samstag noch nicht optimal auf die Strecke abgestimmt war. So beendete die Baselbieterin die Qualifikation auf dem sechsten und zweitletzten Platz.

Besser erging es Vater Urs. Bereits im ersten Qualifikationslauf gelang ihm eine 4.1816, die ihn zwischenzeitlich auf den zweiten Platz brachte. Den Freitag beendete er als Dritter. Im dritten Lauf am Samstag kam der sechsfache Europameister mit 4.2055 sehr nahe an seine Bestzeit heran, jedoch verpasste er die anvisierte 3er-Zeit deutlich. Den vierten Lauf liess er aus, so dass es nun amtlich war, dass er am Sonntag Morgen in der ersten Eliminationsrunde (Viertelfinal) auf seine Tochter treffen würde.

Neue persönliche Rekordzeit für Jndia

So stand heute Sonntag Morgen für das Erbacher Racing Team natürlich ein weiteres Vater/Tochter-Duell an, das bis dato 2:1 für Urs stand. Jndia kam mit der besseren Reaktionszeit (0.1713 zu 0.1821) von der Ampel weg und gewann deutlich in einer neuen persönlichen Rekordzeit von 3.9920, ihrer ersten Zeit mit einem 3 vor dem Komma.

Im Halbfinal blies Jndia wieder zum Angriff und den Finnen Antti Horto mit einer 4.0091 von der Bahn. Im zweiten Halbfinal fuhr Anita Mäkelä mit 3.89 nur um 2 Hundertstel an ihrem eigenen Europarekord vorbei, den sie in diesem Jahr aufgestellt hatte.

So kam es am Sonntagabend zum Showdown der beiden zur Zeit schnellsten Frauen im Europäischen Drag Racing-Zirkus. Dabei siegte auch dieses Mal noch die Erfahrung vor der jugendlichen Unbekümmertheit. Anita stanzte nochmals eine Zeit unter 4 Sekunden in die Bahn, während Jndia’s Reifen keinen Grip fanden und die junge Baselbieterin sich mit dem zweiten Platz begnügen musste.

Das Ende einer einzigartigen Karriere

Somit beendet Jndia Erbacher die Saison 2018 nach der Enttäuschung in Hockenheim mit einem sensationellen zweiten Platz, dem zweiten Podest nach Hockenheim vor einem Jahr.

Noch bevor Jndia zu ihrem Finallauf startete, gab Urs Erbacher (57) seinen Rücktritt aus dem Rennzirkus bekannt. Damit geht eine einzigartige Karriere zu Ende, die in der Schweiz seinesgleichen sucht. Mit sechs Europameistertiteln, drei bei den Top Methanl Funny Cars und drei in der Königsklasse, ist Urs einer der erfolgreichsten Sportler generell und Motorsportler im Speziellen. Er wird natürlich dem Motorsport treu bleiben, und zwar als Chef des Rennteams von Tochter Jndia. Ausserdem werden wir ihn sicher beim einen oder anderen Einsatz im Top Fueler auch in Zukunft bewundern dürfen. Ihm gebührt ein grosses Dankeschön aller Motorsportfans und selbstverständllich auch des ganzen Teams Erbacher. Und Tochter Jndia ist ein sicheres Versprechen für die Zukunft.