Dass die Aargauer Orientierungsläufer spitze sind, ist nicht nur seit der Ära um Matthias Kyburz, Matthias Merz und Matthias Leonhardt (ehemals Müller) bekannt. Bereits früher kam immer wieder ein Weltklasse Läufer aus dem Aargau. Dass dies auch in Zukunft so sein könnte, zeigt ein Blick auf die Rangliste der Ende August ausgetragenen zwei Schweizermeisterschaften über die Langdistanz in Scuol und die Mitteldistanz SM in Unterägeri.

Sowohl Lilly Graber (Biberstein) wie auch Sanna Hotz (Schafisheim) fanden sich beide Male auf dem Podest. Über die Lang- wie auch über die Mitteldistanz kann sich Lilly Graber als neue Schweizermeisterin bezeichnen. Sanna Hotz wurde an beiden Wettkämpfen Zweite, wobei sie sich über die Mitteldistanz in einem Sekundenkrimi geschlagen geben musste.

Lilly Graber ist die neue Schweizermeisterin über die Lang- und Mitteldistanz.

Sanna Hotz wurde über die Mittel- und Langdistanz hervorragende Zweite.

Lilly sprach selber von einem sauberen und sicheren Lauf. Sie fühle sich momentan sehr gut und technisch laufe es ausgezeichnet. Die beiden 16-jährigen Damen scheinen ein Versprechen für die Zukunft zu sein, konnten sie doch bereits an den Jugendeuropameisterschaften im vergangenen Sommer in Bulgarien überzeugen. Lilly mit dem Europameistertitel im Sprint, Sanna mit dem Titel in der Staffel.

Des Weiteren wurde die 18-jährige Siri Suter aus Rütihof Schweizermeisterin über die Mitteldistanz. Nachdem es ihr im Frühling nicht immer nach Wunsch gelaufen ist, konnte sie nun wieder zur alten Form zurückfinden und verdient diesen Titel feiern.

Die 18-jährige Siri Suter wurde Schweizermeisterin über die Mitteldistanz.

Ein dritter Rang oder mehr soll her

Am Wochenende vom 1. und 2. September trafen sich die Auswahlen der Nachwuchsregionalkader zum Vergleichswettkampf im Tessin. Am sogenannten Jugendcup war das Ziel der Aargauer Fraktion klar. Rang 3 soll her, es darf aber gerne auch mehr sein. Vertreten durch Simon Humbel (Dättwil), Dominic Schacher (Oberentfelden), Robin Mennet (Rheinfelden), Csaba Gerber (Schinznach-Dorf), Kati Hotz (Schafisheim), Sanna Hotz (Schafisheim), Siri Suter (Rütihof) und Sophie Graber (Biberstein) war man entsprechend angespannt am Start.

Die Staffel am Samstag auf dem Monte Generoso endete im Hitchcock-Finale. Sanna Hotz startete auf Position fünf auf die letzte Strecke, konnte ihre Form ideal ausspielen und machte Rang um Rang gut. Ganz zum Sieg reichte es nicht mehr, jedoch lief sie knapp hinter den Damen aus Zürich/Schaffhausen auf Rang 2 ein. Da diese jedoch aufgrund eines fehlenden Postens disqualifiziert werden mussten, konnte dennoch der Sieg in der Damenstaffel gefeiert werden. Die Herren ihrerseits beendeten ihre Staffel auf Rang 4 und steuerten ebenfalls wertvolle Punkte bei.

Der Einzellauf in Gribbio oberhalb von Faido forderte den Athleten nochmals alles ab. Viele trauerten grösseren Zeitverlusten nach und waren entsprechend enttäuscht im Ziel. Da jedoch nicht nur die Aargauer im steilen und diffusen Gelände Mühe bekundeten, war weiterhin alles offen.

Zwischenzeitlich sah es sogar danach aus, dass die Fraktion um die Trainer Adrian Lais (Lenzburg), Patrik Bryner (Rombach), Ismael Röthlisberger (Aarau), Corinne Hess (Bern) und Lukas Frei (Lenzburg) sogar den ganz grossen Coup landen könnten. Schlussendlich fehlten jedoch 8 Rangpunkte zum Sieg. Dem verpassten Sieg wurde nicht nachgetrauert, sondern der gewonnene zweite Rang hinter Bern/Solothurn gefeiert. Komplettiert hat das Podest das Cadre Romande aus der Welschschweiz.

Dass die Aargauer die zweitbeste Regionalauswahl bilden, kommt nicht von ungefähr. Seit Jahren wird im Aargau der OL-Sport sukzessive gefördert. Sponsoren und Gönner ermöglichen optimale Trainingsbedingungen im In- und Ausland. Man darf gespannt sein, für was diese junge und aufstrebende Truppe noch fähig sein wird.