Donald Trump kam, und der «Blick»-Chef war da. Pirschte sich am WEF an den orangen Barbaren heran. Drückte ihm die Zeitung («The biggest newspaper of Switzerland») mit der Schlagzeile «Dear Mr. President: Welcome to Switzerland!» in die Hand. Trump fragte zurück: «This is the biggest?» Er begriff schnell: Die Grössten unter sich. Der «Blick» erbat ein Autogramm. Und Trump gabs! Nicht ohne eine, zwei spöttisch-herablassende Bemerkungen zwar. Aber er gabs. Ziel erreicht.

Welches Ziel? Die «grösste Zeitung der Schweiz» wirft sich in den Staub. Vor einem, der nur einen Wert kennt:

Ich. 

Medien, die ihn nicht als den Grössten rühmen, verbreiten «fake news», sind «the dishonest media». 

Hätte der «Blick» die Kurz-Begegnung doch für ein kritisches – ein journalistisches! – Statement genutzt. Der Vorhalt eines Titelblatts mit Hillary Clinton wäre so etwas gewesen. Oder das «Blick»-Titelblatt vom 26. Oktober 2016: Abgebildet Trump mit Grimasse, mit der Hand eine Pistole andeutend, die auf einen imaginären Gegner zeigt. Dazu der Text: «Trumps Tiraden. Die umfassende Liste an Beleidigungen, Kränkungen, Schmähungen gegen seine politischen Widersacher, fremde Staaten und kritische Medien.» 

Der eitle Trump hätte vielleicht auch das unterschrieben. Aber als Trump davonflog, und mit ihm ein Stück journalistischer Ehre, säuselte das Blatt: «Bye bye, Mr. President». 

Was ist die vierte Gewalt, was sind angeblich kritische Medien, wenn sie Trumps billiges Spiel mitmachen, ihm huldigen wie Hofschranzen und Groupies, in naiver Verklärung und um der Auflage willen?