Der Preisüberwacher hat wieder mal in ein Wespennest gestochen. Er hat die Preise und Mieten für Marktstände in Schweizer Gemeinden untersucht und nach einer «Marktbeobachtung» festgestellt, dass diese weit auseinanderklaffen. Platzmieten pro Laufmeter bewegen sich zwischen 1.30 Franken in Bern und 32.35 Franken in Chur. Markthändler in der Bündner Hauptstadt bezahlen fast 25 Mal mehr als jene in der Hauptstadt der Schweiz. Jede zweite der 39 untersuchten Gemeinden verlangt indes nicht mehr als 10 Franken pro Meter. Nebst Bern, Lenzburg und Liestal sind vorab die Westschweizer Städte günstige Marktplätze. Bremgarten, Baden, Frauenfeld und Luzern gehören mit Chur zu den teuersten (ab 20 Franken aufwärts). Im Mittelfeld bewegen sich Basel, Zofingen, Solothurn und Mellingen, sie verlangen um die zehn Franken. 

Gemeinden mit allzu hohen Gebühren empfiehlt der Preisüberwacher eine Überprüfung: «Eine übermässige Belastung senkt die Konkurrenzfähigkeit der Marktfahrer gegenüber dem stationären Handel oder wirkt sich direkt negativ auf das Ergebnis der Marktfahrer aus.»Diese Empfehlung nimmt der Schweizerische Marktverband mit Handkuss auf: «Die Zeiten von Internet-Konsum, Grenztourismus und immer mehr Auflagen setzen dem Berufsstand der Markthändler arg zu», klagt er. Gemeinden belasteten mit höheren Gebühren das Händler-Einkommen zusätzlich. 

Die eine oder andere Gemeinde wird vielleicht über die Bücher gehen. Dass der Preisüberwacher es jedoch «als Auftrag im Sinne des Service public» sieht, Flächen für Märkte möglichst günstig zur Verfügung zu stellen, zieht eine Frage nach sich: Was ist mit den Konsumenten? Sinken die Mieten für Markthändler, sollte sich das auch für Konsumenten lohnen. Denn sie müssten den Vorteil des Service public ja im Portemonnaie spüren.