Bundesräte (und Bundesrätinnen sowieso) werden in der Regel etwa wie folgt gemacht: Es gibt eine Vakanz, Interessierte heben die Hand, Sektionen melden Namen, Kantonalparteien empfehlen, die Partei in Bern entscheidet, wer aufs Ticket kommt. Es folgen Hearings in den anderen Fraktionen, und am Schluss wählt die Vereinigte Bundesversammlung in oft zähem Ringen ein neues Regierungsmitglied.

Im Fall der Blochers ist das Verfahren ein abgekürztes. Es besteht aus dem Modalverb «müssen». «Das wäre der Worst Case, wenn ich noch Bundesrätin werden müsste», sagte Thronfolgerin Magdalena Martullo-Blocher dieser Tage im «Blick».

Selbstverständlich will die Milliardärin gar nicht Bundesrätin werden, sie hat Gescheiteres zu tun, und vom Bundesrat hält sie sowieso nichts. Aber sie muss halt. Das war ja auch bei ihrem Vater so, er wollte nie Bundesrat werden, nur das nicht, aber auch er hatte es mit dem Modalverb. Er musste so sehr, dass er es mehrmals versuchen musste, er musste es durchstieren, bis er endlich gewählt wurde. Aber als er dann Bundesrat war, konnte er nicht mehr ohne und war tief verletzt nach seiner Abwahl. Dabei hätte er ja erleichtert sagen können: Jetzt muss ich nicht mehr.

Jetzt muss wohl bald auch die Tochter in den Bundesrat. Sie setzt mit der Formulierung wie selbstverständlich voraus, dass das Parlament sie wählen wird. Oder besser: wählen muss. Sie hebt die Bundesratswahl auf eine überirdische Ebene, weg von uns Normalsterblichen, hin zu sich selbst.

Das erspart uns die mühselige Demokratie. Und stellt uns eine Krönungszeremonie in Aussicht, bei der sich die Erbprinzessin die Krone selbst aufsetzt wie einst Napoleon.