Da springt jemand von einem Kreuzfahrtschiff in den Nordatlantik – und das Netz macht dumme Sprüche. Gewiss, geistig arme Menschen und schlechten Stil gab es schon vor dem Internet. Die sozialen Medien aber bieten solchen Menschen eine Bühne. Und Gleichgesinnte ziehen mit. 
Der Musiker Daniel Kaiser-Küblböck (33), bekannt aus «Deutschland sucht den Superstar» von 2002, hat sich vermutlich das Leben genommen. Über die Gründe wird spekuliert. Möglich, dass das angebliche Mobbing gegen ihn an einer Schauspielschule Auslöser war, möglich, dass es bei seiner offenbar geplanten Transformation vom Mann zur Frau Probleme gab, möglich, dass er depressiv war. Sicher ist: Dieser Mensch muss verzweifelt gewesen sein, sollte sich der Suizid bestätigen. Die Suche im Atlantik verlief bislang erfolglos.

Er war oder ist, was gemeinhin als «Paradiesvogel» bezeichnet wird. Und somit anders als die graue Masse. Vermutlich sind es aber gerade Vertreter dieser Masse, die jetzt hetzen. Weil sie keine bunten Vögel sind, sondern Langweiler und Spiesser, die sich durch das Andere gestört fühlen. Bloss: Warum? Macht es ihnen Angst, dass jemand auf der Bühne schrille Töne von sich gibt und weiblich angezogen ist, obwohl er einen Penis hat, dass jemand sagt, was er denkt und Gefühle zeigt? Oder sind sie etwa neidisch? Anders ist das widerliche Verhalten im Netz nicht zu erklären. Daniel Küblböck war schon hirnlosen Kommentaren ausgesetzt, bevor er im Atlantik verschwand. Verschwand er gar deshalb? 

Es ist an der Zeit, die Hetzer dieser Erde zum Nachdenken aufzufordern: Fragt Euch mal, wo Euer Anstand geblieben ist, Eure Empathie? Ob es Euch nicht besser stehen würde, Eure menschliche Seite – sofern vorhanden – hervorzukehren? Wenn nicht, bleibt zu sagen: Haltet bitte den Mund!

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