Vor über einem Jahr hat die Basler Stimmbevölkerung den Umbau der Kaserne
zu einem Quartier- und Kulturzentrum abgesegnet. Nicht viele dürften damals ein Ja in die Urne
gelegt haben, ohne vollends vom Vorgelegten überzeugt gewesen zu sein. Die Alternative wäre jahre- wenn nicht jahrzehntelanger Stillstand gewesen. Diese Skepsis dürfte seither nicht verflogen sein – im Gegenteil. Eine Studie machte das wackelige finanzielle Fundament offenbar, auf dem das Projekt steht. Und dass das Nutzungskonzept mittlerweile zum zweiten Mal verschoben wird, ist nicht vertrauensbildend.

«Nachträgliche unliebsame Überraschungen» wolle man ausschliessen, meint Lukas Ott, der das unfertige Projekt im Dezember übernommen hatte. Der Subtext ist klar: Bereits mit dem Neubau des Kunstmuseums hatten die neue Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann und ihr Team ein trojanisches Pferd aus der Ära ihres Vorgängers Guy Morin übernommen. Ein weiteres kulturelles Prestigeprojekt, das sich als Fass ohne Boden erweist, kann und will sich das Präsidialdepartement nicht leisten.

Dabei geht es nicht nur um die Kaserne. Denn das nächste Grossprojekt ist bereits aufgegleist: Der Neubau des Naturhistorischen Museums mit Staatsarchiv im St. Johann hat bereits jetzt eine Reihe an prominenten Kritikern. Um eine Mehrheit im Parlament und in der Bevölkerung zu finden, muss das Präsidialdepartement das Vertrauen bei der Kasernenabstimmung zurückzahlen.

Insofern ist es der richtige Schritt von Ott, das Nutzungskonzept noch nicht zu veröffentlichen, wenn das Ganze nicht hieb- und stichfest ist. Gleichzeitig ist klar: Einen weiteren Aufschub kann sich das Präsidialdepartement nicht leisten.