Der ehemalige Huttwiler Pfarrer und Kirchenmusiker Simon Jenny hat den Ranft-Ruf zum 600. Geburtstag des Bauern, Politikers und heilig gesprochenen Mystikers und Eremiten geschrieben und vertont. Das Stück widmet sich der zunehmenden Zerrissenheit von Niklaus zwischen seiner äusseren Lebensaufgabe und dem inneren Ruf seiner Seele.

Auch heute bleibt Niklaus ein Mensch, der uns aufzeigen kann, wie wir Platz für Visionen schaffen. Doch bei wichtigen Entscheidungen im Leben gehören auch Ratlosigkeit und ein inneres Ringen dazu, die es auszuhalten gilt. An seiner Seite steht Dorothea, gezeigt als Frau in Mitleidenschaft.

Kritische Fragen einer Journalistin, Erkenntnisse des Historikers, aber vor allem das Ringen um den eigenen und doch gemeinsamen Weg von Dorothea und Niklaus von Flüe prägen den Ranft-Ruf. Mit der Annäherung an Niklaus‘ Visionen und seine Berufung tauchen auch die Zuschauenden tiefer in die Themen ein. Das Musiktheater fragt nach der Aufgabe als Mensch und als Bürgerin oder Bürger dieser Welt.

Das packende Spiel der vier Akteure wird von Cello-Musik und vier jungen Solostimmen umrahmt. (mgt)