Den Auftakt der Ausstellung, die sich über vier Stockwerke des Museums erstreckt, bildet die Installation "Raum 19 III" (1968/2006). Von dieser Arbeit gibt es mittlerweile vier Fassungen, was zeigt - so das Haus Konstruktiv -, wie wichtig diese frühe Installation für das gesamte Schaffen Imi Knoebels ist.

"Raum 19" verweist auf die Kunstakademie in Düsseldorf, wo der als Klaus Wolf Knoebel in Dessau geborene Imi Knoebel zusammen mit Rainer Giese ("IMI & IMI") bei Joseph Beuys studierte.

Der Arbeitsraum sollte "zur Keimzelle" von Knoebels Schaffen werden. Das Werk ist angelegt als gebautes Bild und besteht aus gestapelten und gereihten Hartfaserplatten, Raumkörpern, Winkeln und Keilrahmen. Es macht deutlich, wie stark Knoebel der geometrischen Abstraktion verpflichtet ist.

Seit 2006 wird "Raum 19 III" zusammen mit dem Werk "Batterie" (2005) gezeigt - einem imposanten Kubus aus Aluminiumplatten, die mit phosphoreszierender Farbe beschichtet sind. "In Kombination nähren sich die beiden Werke, laden sich gegenseitig auf", schreibt das Haus Konstruktiv.

Weitere Schwerpunkte in der Ausstellung sind der 21-teilige Werkkomplex der "Kernstücke", zudem Arbeiten, die auf den russischen Künstler Kasimir Malewitsch ("Schwarzes Quadrat", 1915) Bezug nehmen und solche, die sich an der amerikanischen Farbfeldmalerei und am Minimalismus der 1960er- und 1970er-Jahre orientieren.

Neben älteren zeigt die Kuratorin Sabine Schaschl auch neueste Werke von Imi Knoebel. Darunter finden sich mehrteilige Arbeiten, aber auch solche, die - wie "Figura B" (2018) - aus einer einzelnen freien Form bestehen.