Aretha Franklin war die Beste der Besten. Ihr Ausdruck und ihre Intensität waren unerreicht und Songs wie «Respect» und «Think» sind längst unsterblich. Aber kein Song hat uns so bewegt wie «Natural Woman» von 1967. Wir erinnern uns an ihren Auftritt vor drei Jahren im Kennedy Center zu Ehren der Komponistin Carole King, wo sie selbst Präsident Barack Obama zu Tränen rührte.

Eine solche Emotionalität und Tiefe haben wir sonst nur noch bei Billie Holiday, Mahalia Jackson und Maria Callas erlebt. Bei Holiday in ihrem berühmten «Strange Fruit» (1939), dem stärksten künstlerischen Ausdruck gegen Lynchmord in den USA, sowie im Sinatra-Stück «I’m A Fool To Want You». Ein Jahr vor ihrem Tod 1959 bündelte sie hier ihr ganzes Leid in ihrer gebrochenen Stimme.

Ein Höchstmass an Glaubwürdigkeit verlieh die Gospel-Queen Mahalia Jackson dem mehrteiligen Orchesterwerk «Black, Brown & Beige» von Duke Ellington, das 1943 die «Geschichte des amerikanischen Negers» auf eindrücklichste Weise zum Klingen gebracht hat. Die Jazzsuite gehört ebenso in die Kategorie der grössten Meilensteine des 20. Jahrhunderts wie die grössten Sternstunden von Maria Callas: Puccinis «Tosca», aufgenommen 1952 in Mexiko, oder Bellinis «Norma», 1954 in Mailand.

In einer Liste der besten Sängerinnen darf Ella Fitzgerald keinesfalls fehlen. Sie hat bis heute die Masssäber gesetzt. Was sie punkto Phrasierung, Intonation, Timing, rhythmischem Gespür, Einfallsreichtum und Improvisationsgabe auf «How High the Moon» von 1947 zeigt, ist einsame Klasse und die Krönung des Scatgesangs. Immer etwas im Schatten von Ella stand Sarah Vaughan. Sie darf aber auf keiner Liste der grössten Sängerinnen fehlen. 1946 hat ihr Tadd Dameron den Song «If You Could See Me Now» auf den Leib geschrieben. Das Glanzstück wurde ihre Erkennungsmelodie.

Auffällig ist, wie viele der grössten Sängerinnen ein bewegtes, tragisches Leben führten und viel zu früh starben. Janis Joplin und Amy Winehouse im Alter von 27 Jahren, ihre Idole Bessie Smith und Dinah Washington mit 43 respektive 39 Jahren. Auch Tina Turner hat die Schattenseiten des Lebens kennen gelernt. Die inzwischen 78-jährige Neo-Schweizerin singt zwar nicht mehr, sie ist aber die einzige noch lebende der grossen Sängerinnen des 20. Jahrhunderts.

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Aretha Franklin: Natural Woman

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Ella Fitzgerald: How High The Moon

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Sarah Vaughan: If You Could See Me Now

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Janis Joplin: Cry Baby

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Tina Turner: Nutbush City Limits

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Amy Winehouse: Rehab

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