Jahrelang führte Niklas Raggenbass ein Doppelleben. Als katholischer Stadtpfarrer von Solothurn brachte er mit seinen unkonventionellen Predigten frischen Wind in die Kirche. Doch seine Liebe zu Gott war nicht exklusiv.

Wegen seinen Beziehungen zu Frauen musste der promovierte Theologe und Jurist 2015 über Nacht das Pfarrhaus räumen. Heute lebt er mit seiner Freundin zusammen und betreibt mit ihr ein Gasthaus.

Niklas Raggenbass sprach in der Sendung «TalkTäglich» auf Tele Züri über Scham, Gott, die Kirche und die Liebe. Seine Geschichte ist aktueller den je. Mitte Juli verkündete der katholische Pfarrer von Brigels GR seine Demission wegen des Zölibats, worauf der Pfarrei-Beirat der Bündner Gemeinde letzte Woche den Papst aufforderte, das Zölibat abzuschaffen.

Die Partnerin als «Hausangestellte»

Ebenfalls im Juli machte die «Schweiz am Wochenende» den Fall eines Benediktinermönchs aus Mariastein publik, der im Februar diesen Jahres das Kloster wegen einer Frau verliess. Die Kirche stellte ihm eine Anstellung als Pastoralraum-Assistent in Aussicht, die Partnerin hätte er als Hausangestellte deklarieren können.

Niklas Raggenbass sagt, er habe versucht, seine Sexualität in eine Kiste zu stecken – in der Annahme, diese bleibe dort dann «ruhig». «Aber sie ist immer wieder aufgewacht.» (smo)

Sehen Sie hier die Sendung «TalkTäglich» mit Niklas Raggenbass in voller Länge: