Die Verkehrsproblematik habe sich zu Beginn des Weltwirtschaftsforums (WEF) verschärft und zu einer "inakzeptablen Situation" geführt, teilte die Gemeinde Davos am Mittwoch mit. Bevölkerung und Gäste hätten ihre Ziele nur mit grossen Verspätungen erreicht. Busse seien im Zentrum steckengeblieben und hätten äussere Siedlungen nicht mehr bedienen können.

Grund für den beinahen Verkehrskollaps ist laut der Gemeinde einerseits der viele Schnee. Weil der Räumungsdienst die Schneemassen nicht schnell genug wegschaffen konnte, blieben grosse Schneemengen in den Strassen liegen und blockierten die Parkplätze. Der Parkplatzmangel wiederum führte zu vermehrtem Suchverkehr, insbesondere durch die privaten Limousinendienste.

Mehr Lastwagen, mehr Fussgänger

Der Schnee ist nun fast weggeräumt, weitere Probleme bleiben aber: So führt der vermehrte Trend zum Umbau und zu Neueinrichtungen von Ladenlokalen während des Jahrestreffens zu gesteigertem Camionverkehr, wie die Gemeinde weiter schrieb. Dazu gesellen sich überdurchschnittlich viele Fussgänger beim Bahnhof, die den rollenden Verkehr auf einer zentralen Durchgangsstrasse behindern.

Die Gemeinde Davos und die Kantonspolizei Graubünden haben erste Sofortmassnahmen beschlossen, um die Situation zu entschärfen. An neuralgischen Punkten wird die Polizei verstärkt eingesetzt.

Verkehr, der keine Ziele im Zentrum an der Promenade ansteuert, wird auf eine Umfahrungsroute umgeleitet. Und schliesslich sollen die Stadtbusse Siedlungen ausserhalb des Zentrums stärker bedienen und diese besser mit den Bahnhöfen verbinden.

Staus nicht mehr dulden

Nach dem WEF will Davos die Gründe für den zunehmenden Lastwagenverkehr und den vermehrten Einsatz von Sattelschleppern analysieren und weitere Massnahmen erarbeiten. Ebenfalls überprüft werden soll der Einsatz "von derart vielen privaten Limousinendiensten".

Weniger Limousinen oder aber mehr Parkplätze, lautet der erste Ansatz. Bei künftigen Grosskongressen will die Gemeinde kritische Stausituationen auf den Hauptverkehrsachsen jedenfalls nicht mehr dulden, wie sie schrieb.

Schadstoff-Grenzwerte überschritten

Der extreme Verkehr hat auch Auswirkungen auf die Luftqualität im Kongressort. Am Mittwoch überschritten die Schadstoffwerte bei der Messstation auf der Einkaufsstrasse Promenade zwischenzeitlich die Grenzwerte, wie auf der Homepage des zuständigen Amts zu erfahren war. Es hatte zu viel Feinstaub und Stickstoffdioxid in der Luft.

Auf Nachfrage teilte das Amt für Natur und Umwelt mit, dass es dafür mehrere Gründe gebe. Neben dem Verkehr und den Heizungen spiele etwa das Wetter eine zentrale Rolle.

Der fehlende Wind habe dafür gesorgt, dass die Schadstoffe liegen geblieben seien. Bei manchen Personen kann eine starke Stickstoffdioxid- oder Feinstaubbelastung zu Atemwegssymptomen führen.