Häufig steht nach einem Polizeieinsatz Aussage gegen Aussage. Auf der einen Seite die Beamten, auf der anderen die kontrollierte oder beschuldigte Person. Wer recht hat, lässt sich teilweise nicht mehr nachvollziehen. Ein mögliches Beweismittel: Die Aufnahmen von Bodycams, welche Polizisten im Einsatz tragen.

Damit lässt sich besser feststellen, was tatsächlich vorgefallen ist – weitgehend unabhängig von subjektiven Aussagen. Etwa, wer zuerst die Waffe gezogen und geschossen hat. 

Während in der Schweiz und Deutschland Bodycams noch in den Kinderschuhen stecken, werden die Kameras in Amerika bereits seit längerem eingesetzt. 

Hier drei Fallbeispiele von Bodycam-Aufnahmen, welche die US-Behörden veröffentlicht haben.

Fallbeispiel 1: Die Verfolgungsjagd

Wie Bodycams als Beweismittel dienen können, zeigt Beispiel 1.

Ein Polizeibeamte versuchen einen Ladendieb dingfest zu machen, der sich aber zuerst dem Zugriff durch die Polizisten entziehen kann. Was dann passiert, hält die Bodycam fest, die an der Brust des Beamten befestigt ist.

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Und zwar kommt es zur Verfolgungsjagd über den Parkplatz des Supermarkts. Bereits nach wenigen Sekunden zieht der Ladendieb seine Pistole und schiesst mehrmals auf die Polizeibeamten.

«Alle unsere Taten basieren auf seinen Taten», kommentierte später ein Polizist die Filmaufnahmen gegenüber den Medien. «Indem er auf uns schiesst und vor uns flieht, erzeugt er die entsprechende Antwort von uns.»

Die Polizisten können den Flüchtigen letztendlich bei einem leeren Haus verhaften. Dieser hat nun eine Anklage am Hals. Unter anderem wegen versuchter Tötung. Als Beweismittel der Staatsanwaltschaft dient dabei die Aufnahme der Bodycam.

Fallsbeispiel 2: Schüsse auf Teenager

Bodycams sind nicht nur ein Beweismittel für die Polizei. Die Aufnahmen können auch dazu genutzt werden, um das Verhalten der Polizisten zu analysieren und allenfalls zu rügen. Wie in diesem Beispiel.

2016 fahndete die Polizei der Gemeinde Cobb im US-Bundesstaat Wisconsin nach einem gestohlenen Auto. Drei Tage nach dem gemeldeten Diebstahl war ein Beamte davon überzeugt, das fragliche Fahrzeug gefunden zu haben. In diesem sassen vier Jugendliche, als der Polizist mit gezückter Pistole auf das Fahrzeug hinlief. Einer der Teenager kriegte bei diesem Anblick Panik und rannte vor dem Polizisten davon. 

Der Beamte nahm die Verfolgung auf und machte Gebrauch von seiner Dienstwaffe. Insgesamt schoss er 8 Mal in Richtung des Teenagers, wie die veröffentlichen Aufnahmen der Bodycam zeigen. 7 Mal verfehlte der Polizist den Flüchtenden, doch ein Schuss traf ihn. Zu dessen Glück nur in sein Bein. 

Der zuständige Polizeichef verurteilte nach der Veröffentlichung der Aufnahmen den Beamten, der bereits zuvor gekündigt hatte. Michael Register: «Wir wollen sicher nicht, dass unsere Beamten die Öffentlichkeit weiter gefährden.»

Anders die Sicht des schiessenden Polizisten. Er ist weiter überzeugt davon, richtig gehandelt zu haben und bekam dabei Rückendeckung vom zuständigen Staatsanwalt, der dessen Verhalten gerechtfertigt findet. Die Begründung: Der Polizist sei davon ausgegangen, einen Autodieb und somit gewalttätigen Verbrecher zu jagen.

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Fallbeispiel 3: Die Heldentat

Im Falle eines Autounfalls gehören Polizeibeamte meist zu den ersten, die vor Ort sind und den Verunfallten helfen. Was die Polizisten in solchen Situationen leisten, bleibt meist im Verborgenen.

Ihre Leistung wird durch Aufnahmen von Bodycams sichtbar, wie im Fall eines Autounfalls in der US-Stadt Atlanta. Dort retteten zwei Beamte einen Mann aus einem brennenden Auto.

Die Filmaufnahmen zeigen, wie einer der Polizisten den Brand mit einem Feuerlöscher bekämpft, während sein Kollege versucht den eingeklemmten Beifahrer durch das Seitenfenster herauszuziehen. Was ihm letztlich auch gelingt.

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Die beiden Retter bleiben bei der Aktion so gut wie unverletzt. Auch der Beamte, dessen Hose beim Einsatz Feuer fing, trug lediglich Kratzer und blaue Flecken davon.

Bonus: Das Sex-Tape

Ein amerikanischer Polizist fand eine weitere Verwendung für seine Bodycam. Er nutzte sie, um sich beim Sex im Büro zu filmen. Das alleine ist schon unklug. Doch die vierminütige Aufnahme danach auf dem Arbeitscomputer abzuspeichern, ist noch viel dümmer – was sich dann auch bewahrheitete. Die Aufnahmen wurden entdeckt und in der Folge eine Untersuchung gegen den Polizisten eingeleitet.

Übrigens: Der Ordner mit den Sex-Aufnahmen trug den Namen «Fun Times».+

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