Am kommenden Samstag findet in Bern der «Marsch fürs Läbe» statt. Organisiert wird die Kundgebung gegen die Abtreibung von katholischen und evangelischen Christen. Anhänger der rechtsnationalen Pnos wollten vor Kurzem auch Solothurner für eine Teilnahme begeistern. Am Dienstag, 4. September trafen sich die Vorsitzenden der Sektionen Solothurn und Basel, Marcel Eggers und Tobias Steiger, mit zwei anderen Anhängern in der Altstadt und verteilten Flugblätter. Darunter war Werbung für den Marsch, aber auch für die Pnos-Sektion Solothurn. Auf den T-Shirts prangte das Logo der Pnos.

Es sei «einmal mehr eine friedliche Pnos-Aktion ohne jegliche Sachbeschädigung» gewesen, schreiben die Verantwortlichen auf ihrer Facebook-Seite. Sie hätten die Aktion genutzt, «um auf einen der hierzulande leider so zahlreichen Missstände aufmerksam zu machen». Die Pnos würden sich ganz klar gegen Abtreibung positionieren, wird der Einsatz begründet. 

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Bei den Veranstaltern des Marschs führt diese Aktion jedoch zu Unmut. OK-Präsident Daniel Regli hat happige Vorwürfe an die Adresse der Pnos, wie die «Berner Zeitung» berichtet. Regli wirft Marcel Eggers, Vorsitzender der Pnos-Sektion Solothurn, in einem offenen Brief vor, die Werbemittel missbräuchlich verwendet zu haben. Eggers soll sich bei der Bestellung des Werbematerials als Zeitungsverträger ausgegeben haben. «Sie gaben vor, dass die Plakate durch kirchliche Aktivisten zum Einsatz gebracht werden», schreibt Regli.

Folglich hätte sich Eggers die Flyer und Plakate unter Angaben falscher Tatsachen angeeignet. «Ihr unehrliches Vorgehen entspricht in keinem Masse den Wertmassstäben, die wir vertreten.» Hätte ihm Eggers am Telefon gesagt, dass er von der Pnos sei, «hätte er keinen einzigen Flyer erhalten», sagt Regli. Solche Aktionen würden enorm schaden.

Meinung als Privatperson

Die Marsch-Organisation verurteilt die Trittbrettfahrer-Aktion und distanziert sich «in jeder Form von Ihrem gewählten Vorgehen und Ihrer politischen Ausrichtung». Regli fordert Eggers im Brief auf, sich öffentlich zu entschuldigen.

Zudem stellt er klar: Personen mit einem Pnos-Erkennungszeichen würde am Samstag der Zugang zum Bundesplatz verwehrt.

Für Marcel Eggers ist das offenbar kein Problem. Die Pnos hätten sowieso nie vorgehabt, als Pnos dort aufzutauchen. Er wolle seine Meinung als Privatperson kundtun, sagt er gegenüber der «Berner Zeitung». «Ich finde den ‹Marsch fürs Läbe› eine super Organisation. Abtreibungen sind immer noch ein Tabuthema. Darüber müssen wir reden.»

Den Vorwurf, Daniel Regli angelogen zu haben, findet Eggers unberechtigt. Er sei zwar Atheist, stehe aber in Kontakt zu lokalen Kirchen. Diesen Kanal will er auch tatsächlich genutzt haben, um das bestellte Werbematerial zu verteilen. Zudem habe er einen Freund, der Zeitungsverträger sei. (ldu)