Das Ziel der IG Pro Vorstadt ist es, die Unterführung bei der Blauen Post sauber zu halten. Sie soll in weiss erstrahlen; genau so, wie sie Pro Vorstadt im Herbst 2013 nach einer Verschönerungsaktion hinterliess. 

An diesem Montagmorgen leuchtet die Unterführung jedoch in grün, orange und schwarzen Sprayfarben. Die Interessengemeinschaft Pro Vorstadt wird in Sprüchen angegriffen, die Polizei ebenso und «Solothurn bleibt dreckig» wird proklamiert. Wo es keine Tags gibt, wurde mit grüner Farbe eine wellenförmige Linie gesprayt. 

Die Polizei hat sich die jüngste Schmiererei schon angesehen. «Es läuft eine Anzeige gegen Unbekannt», wie Bruno Gribi, Mediensprecher der Kantonspolizei Solothurn, auf Anfrage sagt. 

Maler bekommt Auftrag

In der Unterführung sind die Schmierfinken immer wieder unterwegs. Für die Säuberung und den Unterhalt der Unterführung ist der Werkhof zuständig. Fast alle zwei Wochen übermale dort ein Werkhofmitarbeiter einen kleinen Schriftzug, so Werkhof-Chef Patrick Schärer. «So viel wie jetzt war aber noch nie versprayt», sagt er. Die Fläche ist so gross, dass jetzt ein richtiger Maler an die Arbeit muss. Der Auftrag ist schon vergeben. Bis Freitag sollte die Unterführung frei von den Schriftzügen und Linien sein. Die Kosten dafür: 4000 bis 5000 Franken.

Zum ersten Mal wurde die Unterführung bereits zwei Wochen, nachdem sie frisch gestrichen wurde, versprayt.

Völlig legal und mit Genehmigung der Stadt wurden im Juni 2014 zwei Graffitis angebracht. Diese sind heute noch zu sehen, wurden in den letzten Jahren allerdings mit kleineren Tags verschandelt.

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Zum letzten Mal wurden die Mauern im Dezember 2015 versprayt. Damals wurden um die 20 Tags gezählt. (ldu)

Einige der Tags, die Ende 2015 angebracht wurden.