Das Resultat ist sekundär und hat eine marginale Bedeutung – gerade für den A-Ligisten, der erst seit Dienstag seine komplette Equipe zur Verfügung hat, galt es, erstmals unter Wettkampf-Bedingungen die sieben neuen Akteure in Spielpraxis zu erleben.

Und hiezu waren die «Glaibasler» Bären ein idealer und würdiger Rivale, obwohl beim Gast mit Mi­chael Bachmann, Niels Matter und Reto Schwaiger drei Leistungsträger, die man sich in der Nationalliga B durchaus im Anfangsquintett vorstellen kann, fehlten. 

Erste Halbzeit mit zwei Blöcken

Die Starwings spielten in den ersten 20 Minuten mit zwei Blöcken. Erst im dritten und vier­ten Viertel  «mischte» Cheftrainer Roland Pavloski die Equipe – und die gutgelaunten und applausfreudigen Zuschauer durften feststellen, dass das Arlesheimer-Birsfelder Kombinat über das breiteste Kader seit Jahren verfügt.

Wenn man bedenkt, dass der letztjährige Teamcaptain Alessandro Verga noch rekonvaleszent ist und Alexis Herrmann (Hochzeit der Schwester) fehl­te, so dürfen die Vereinsverantwortlichen und Klubtechniker konstatie­ren, dass – ohne Verletzungen – nun Rotationen möglich sind.

Und ein jeder Spieler kann zumindest auf zwei Positionen spielen – «darauf haben wir bei der Verpflichtung der neuen Spieler beson­ders geachtet», so Pavloski und Pascal Donati, der – zusammen mit Bruder Michel Donati – beim J+S-Turnier nonstop in Einsatz stand.

Erinnerungen an Vernard Hollins

Justin Mitchell, der Neffe des legendären ex-Starwings-Playmakers Vernard Hollins (der die «Wings» mit dem damaligen Captain Tony Brown die Birsfelder zum Cupsieg 2010 führ­te), ist ein Ballvirtuose, ungemein flink mit schnellen Händen und hat ein gutes Auge für den Mitspieler.

Joël Fuchs spielte, als ob er nie gefehlt hätte – einzig bei den Distanzwür­fen hatte der ex-Cap­tain sein «Visier» noch nicht auf höchstem Niveau eingestellt (einer von sechs Dreiern). Auston Calhoun hielt sich sichtlich zurück – bei ihm sah man, dass er noch einen kleineren Trainingsrückstand hat.

Doch der Zweimeter-Mann, dessen Physis (Power, Wucht) in der Schweiz nicht unbekannt ist (von seinen Gastspielen bei SAM Mas­sagno und BC Bon­court her), erzielte dennoch – ohne Spektakel und meist diskret – 16 Punk­te. Zu gefallen wusste auch Jamal Aytes, der sehr vieles äusserst gut kann und unter dem eigenen Brett gut reboundete und über eine feines Wurfhändchen verfügt.

Eigengewächse und Zuzüger gefielen

Mit Jarrell Hollimon (ex-Lugano) und Sébastien Davet (ein Freiburger) konnten zwei junge Schweizer andeuten, dass das athletische Duo gewillt ist, den nächsten, entschei­denden Schritt in Richtung Spitzen-Spieler zu tätigen.

Souverän und überlegt wie eh und je der neue Teamcaptain Nemanja Calasan (34), der seine Freiwürfe weiterhin via Brett meist in den Korb unterbringt… Aber auch die Eigengewächse Luca Streich (18) und Aleksa Pavlo­vic (17) hatten einen mutigen Auftritt, während Branislav Kostic das Familienduell ge­gen Bruder Aleksa gewann, auch wenn dieser einen Punkt mehr erzielte und nach 90 Sekun­den für die einzige Kleinbasler Führung (3:2) besorgt war.

Novartis-Cup steht an

Am nächsten Wochenende, beim Novartis-Cup, werden mit Lugano, Central Luzern und Riviera Vevey drei A-Ligisten den Starwings mit Sicherheit mehr Widerstand leisten. Und dann wird man sehen, ob die sehr guten Ansätze gefestigt werden konnten. Denn Basket auf höchstem Niveau ist vor allem Defense und Intensität gegen den Ball.

Dies kam gegen die Kleinbasler Bären nicht zum Ausdruck respektive war nicht nötig – das na­türlich(e) höhere Potenzial der Gastgeber führte dazu, dass man vor allem in der Offensive bereits einige Lichtblicke setzen konnte. Auch wenn die Dreipunkte-Wurfquote (vier von 20 Versuchen) weit schlechter als jene des B-Ligisten war, der erstaunliche 41 Prozent (neun von 22 Versuchen landeten im Korb) aufwies.