Es ist noch nicht lange her, da brüteten gescheite Köpfe über Vorschlägen, wie die Super League wieder spannend gemacht werden könnte. Die jahrelange Totaldominanz des FC Basel hing dem Rest der Fussballschweiz zum Hals heraus. Verzweifelt wurde nach einem neuen Modus gefahndet, der mehr Spannung garantierte. Beispielsweise mit einer Finalrunde und vorgängiger Punktehalbierung…

Erstaunlicherweise aber blieb alles beim Alten, sodass sich niemand darüber zu wundern braucht, dass weiterhin eine Mannschaft einsam und allein an der Spitze thront. Nur hätte man es bis vor einem Jahr nicht für möglich gehalten, dass es ausgerechnet die Young Boys, diese ewigen Loser, sein könnten, welche für diese Langeweile sorgen.

In der letzten Saison aber sind sie mit 15 Punkten Vorsprung auf Basel Meister geworden. Und wer geglaubt hat, nach dem Abgang von Erfolgstrainer Adi Hütter zu Frankfurt sei der Spuk auch schon wieder vorbei, sieht sich getäuscht. Unter Gerardo Seoane trumpft YB weiter auf: Fünf Spiele, fünf Siege. Einzig im Hinspiel der ChampionsLeague-Playoffs gegen Dinamo Zagreb haben die Berner nur 1:1 gespielt.

Der Liga droht damit schon früh erneut die grosse Tristesse. Bereits sieben Punkte liegt Gelb-Schwarz vor dem Tabellenzweiten Basel. Noch nie seit Einführung der Super League 2003 hat eine Mannschaft zu diesem Zeitpunkt einen solch grossen Vorsprung gehabt. Glaubt man der Hochrechnung, dann wird YB am Ende mit 50 Punkten Vorsprung Meister.

Immerhin muss der FC Basel noch lange nicht um seinen Startrekord bangen. Gleich in der Premiere-Saison der Super League 2003/2004 hatte Rot-Blau eine Wunderserie von 13 Siegen in Folge hingelegt und war erst mit einem 2:2 vom FC Aarau gestoppt worden. Doch von dieser Seite droht YB keine Gefahr. Das aber ist eine ganz andere Geschichte.