Als Novak Djokovic nach 3:16 Stunden seinen ersten Matchball mit einem Smash verwertete, liess er sich auf den Rücken fallen. Wie 2011 und 2015 hatte er das Double Wimbledon/US Open geschafft, obwohl er sich erst im Frühjahr einer Operation am Ellbogen hatte unterziehen müssen. Djokovic bedankte sich bei seiner Familie, seinem Team und den Fans, bevor er von John McEnroe die Trophäe überreicht bekam. "Teilweise fühlte es sich an, als wäre es ein Fussball-Spiel."

Obwohl die Partie im wegen Regens geschlossenen Arthur-Ashe-Stadion mehr als drei Stunden dauerte, wurde sie zu einer klaren Angelegenheit zugunsten des Serben. Die Vorentscheidung fiel im zweiten Satz, als Del Potro im 20 Minuten dauernden längsten Game der Partie drei Breakbälle zu einer 5:3-Führung nicht zu nutzen vermochte. Im Tiebreak führte der Argentinier dann 3:1, ehe ihn einige einfache Fehler mit der Vorhand den zweiten Durchgang kosteten.

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Del Potro stemmte sich zwar auch im dritten Satz noch einmal gegen die Niederlage, holte einen Breakrückstand auf, musste aber beim Stand von 3:4 erneut seinen Service abgeben, womit die Entscheidung gefallen war. Er sei zwar enttäuscht, sagte Del Potro. "Aber wenn ich einen Spieler siegen sehen will, dann ist es Novak." Auf Spanisch bedankte er sich bei den Fans, die ihn während des ganzen Turniers frenetisch unterstützen. "Ihre Liebe ist mehr wert als diese Trophäe."

Gleichauf mit Sampras

Im 19. Duell der beiden guten Freunde erwies sich Djokovic zum 15. Mal zu stark für Del Potro, der neun Jahre nach seinem Triumph gegen Roger Federer und vier Operationen am Handgelenk wieder den Final erreichte. Der Serbe zeigte sein gewohntes Spiel, das ihn bereits vor seinem Krisenjahr 2017 ausgezeichnet hatte, als er die Tour dominierte und mit dem Gewinn des French Open 2016 seinen Karriere-Grand-Slam komplettierte. Er retournierte stark, hatte eine sehr gute Länge in seinen Schlägen und verteidigte hervorragend. Und in den wenigen Momenten, in denen die Partie hätte kippen können, blieb er ruhig.

Mit seinem 14. Grand-Slam-Titel egalisierte Djokovic die Marke von Pete Sampras, den er bei der Siegerehrung sein Idol nannte. Nur Roger Federer (20) und Rafael Nadal (17) haben mehr Major-Titel gewonnen als der 31-Jährige. Dank dem dritten Sieg in seinem achten US-Open-Final stösst der Djokovic in der Weltrangliste auf Rang 3 vor, sein Rückstand auf den zweitklassierten Federer beträgt nur noch 455 Punkte.